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	<title>Alexander Röstel, Berlin &#187; Musik</title>
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		<title>Carmen</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jan 2009 00:35:33 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Derjenige, der eine Rolle singt, die von Rolando Villazón gepr&#228;gt wurde, hat es schon naturgem&#228;&#223; schwer. Doch Burkhard Fritz tut sich zus&#228;tzlich ebenso und kann als Don José in der ber&#252;hmten Bizet-Oper nicht &#252;berzeugen. Dabei hat er doch eine stimmgewaltige Carmen (Elena Maximova) an seiner Seite (zumindest solang, bis diese sich f&#252;r Escamillo (Christof Fischesser) entscheidet). Doch wie schon in Mozarts &#8220;Cosí fan tutte&#8221; sticht eine Rolle, n&#228;mlich die der Micaëla durch Ariane Queiroz, heraus. Martin Kušejs Inszenierung ist funktional und rational. Der frisch gebackene Schauspielchef der Salzburger Festspiele schreibt sich damit sein Empfehlungsschreiben. Massimo Zanetti mag dies bel&#228;cheln, so wie er w&#228;hrend des gesamten Dirigats immer etwas zu l&#228;cheln haben schien; &#252;bergl&#252;cklich mit sich und der Musik (berechtigt), was &#228;u&#223;erst sympathisch wirkte.</p>
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		<title>Schwanensee</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jan 2009 23:43:23 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gilt wohl als das bekannteste Ballett der Welt: Tschaikowskis &#8220;Schwanensee&#8221; verzaubert in Berlin das Publikum der Staatsoper. Dabei sticht die Rolle der Odette, getanzt von Beatrice Knop, heraus. Mit einer atemberaubenden Eleganz und Leichtigkeit beherrscht sie s&#228;mtliche Figuren und brilliert im Pas de deux an der Seite ihres Siegfrieds (Wieslaw Dudek). Patrice Bart misst sich in dieser Inszenierung mit niemand geringerem als dem Urvater des klassischen Balletts &#8211; Marius Petipa &#8211; und geht dabei nicht unter; vielmehr bereichert er die tradierten Ideale. Dabei setzt er nahezu alle Elemente ein, die t&#228;nzerisch &#252;berhaupt m&#246;glich sind und unterstreicht fast wie auf eine nat&#252;rliche Art und Weise die klangvolle Partitur Tschaikowskis, die an diesem Abend in den H&#228;nden von Michael Schmidtsdorff lag. Einzig das B&#252;hnenbild kratzt am Eindruck der Perfektion; ein mausgrauer Vorhang, schlecht gemachte Fensterscheiben und &#252;beraltete Kost&#252;me. Wenn schon Art Déco, dann doch bitte auch im Detail. Von solchen Kleinigkeiten wird der Zuschauer jedoch schnell abgelenkt; schlie&#223;lich &#252;berzeugt Marian Walter in der Rolle des Benno, dem Freund und heimlichen Verehrer Siegfrieds. Es wirkt spielerisch, gar unterfordert, wenn er Gretschspr&#252;nge aneinanderreiht. Eine au&#223;erordentliche Leistung liefert in diesem St&#252;ck auch das Ensemble, welches in puncto Synchronit&#228;t schon dem chinesischen Staatszirkus &#228;hnelt. An der Spitze der Darbietung und vom Publikum dementsprechend mit tosendem Applaus gefeiert stand an diesem Abend Odettes Fouetté. Dabei sei darauf hingewiesen, dass es sich &#8220;nur&#8221; um die Zweitbesetzung handelte. F&#252;r den Glanz sorgen in den Hauptrollen sonst Polina Semionova und Vladimir Malakhov. Es bleibt die Frage offen, wie man eine Arabesque beeindruckender darbieten kann als Beatrice Knop. Gro&#223;es Kompliment f&#252;r eine herausragende Vorf&#252;hrung!</p>
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		<title>Werther</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 15:51:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Auf jeder noch so zweitklassigen Klassikkollektion darf eine Einspielung nicht fehlen: Die &#8220;Méditation&#8221; aus &#8220;Thaïs&#8221; von Jules Massenet; Inbegriff dessen, das man gemeinhin als Schnulze bezeichnen k&#246;nnte, wenngleich diesem St&#252;ck eine gewisse Sch&#246;nheit wohl nicht abgesprochen werden kann. Massenet gilt als bedeutendster Opernkomponist des ausgehenden 19. Jahrhunderts, was wohl auch der Tatsache geschuldet ist, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf jeder noch so zweitklassigen Klassikkollektion darf eine Einspielung nicht fehlen: Die &#8220;Méditation&#8221; aus &#8220;Thaïs&#8221; von Jules Massenet; Inbegriff dessen, das man gemeinhin als Schnulze bezeichnen k&#246;nnte, wenngleich diesem St&#252;ck eine gewisse Sch&#246;nheit wohl nicht abgesprochen werden kann. Massenet gilt als bedeutendster Opernkomponist des ausgehenden 19. Jahrhunderts, was wohl auch der Tatsache geschuldet ist, dass es dort keine zu gro&#223;e Konkurrenz mehr gab. In einer Kneipe in Wetzlar kam ihm durch die Ber&#252;hrung mit der Goethe-Vorlage die Idee, seinen &#8220;Werther&#8221; zu vertonen. An der Opéra comique in Paris verbrannte man seinerzeit die Noten spontan. Die Inszenierung von J&#252;rgen Rose versprach also viel, zumal sie ganz dem historischen Vorbild folgend, den Rezipienten erneut dazu einlud, Selbstmord zu begehen. Eine traurige Einfallslosigkeit, die auch von franz&#246;sischen Poemen und Wortfetzen, die an s&#228;mtliche Fl&#228;chen gepinselt waren, nicht &#252;bert&#252;ncht werden konnte. Mittelpunkt und H&#246;hepunkt dieses Versagens ist ein &#252;berdimensionierter Stein, auf dem Werther meist zu sitzen gedenkt. Sollte eine Verbindung aus der Traurigkeit der Geschichte (immerhin erschie&#223;t sich Werther, da seine geliebte Charlotte einen anderen heiratet) und der Traurigkeit des B&#252;hnenbildes bezweckt worden sein, dann ist dieser Einfall wiederum genial. Wenigstens konnten Susan Graham und Marcus Haddock, die die Titelrollen sangen, durch famose Leistungen &#252;berzeugen. Besonders Werther erntete verdienten Beifall f&#252;r bewegend vorgetragene Arien, aus denen eine nicht zu &#252;berh&#246;rende Affinit&#228;t f&#252;r italienische Rollen sprach. Das Format &#8220;Bayerische Staatsoper&#8221; bleibt jedoch f&#252;r mich einmal mehr untererf&#252;llt.</p>
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		<title>Martin Stadtfeld</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 15:18:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die M&#252;nchner lieben ihren Vorzeigepianisten &#8211; nat&#252;rlich nicht unbegr&#252;ndet. Unter den Kl&#228;ngen von Johann Sebastian Bachs Wohltemperierten Klavier bekommt ein zweiter Advent im Prinzregententheater eine ganz besondere Farbe. Martin Stadtfeld, der, wie es sich in seiner Zunft geh&#246;rt, schon fr&#252;h erste Auftritte absolvierte und kurze Zeit darauf an verschiedenen Wettbewerben re&#252;ssierte, verzaubert mit seiner Interpretation. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die M&#252;nchner lieben ihren Vorzeigepianisten &#8211; nat&#252;rlich nicht unbegr&#252;ndet. Unter den Kl&#228;ngen von Johann Sebastian Bachs Wohltemperierten Klavier bekommt ein zweiter Advent im Prinzregententheater eine ganz besondere Farbe. Martin Stadtfeld, der, wie es sich in seiner Zunft geh&#246;rt, schon fr&#252;h erste Auftritte absolvierte und kurze Zeit darauf an verschiedenen Wettbewerben re&#252;ssierte, verzaubert mit seiner Interpretation. Man m&#246;chte fast sagen, er l&#228;sst die St&#252;cke schweben. Das ber&#252;hmte Er&#246;ffnungs-C-Dur-Pr&#228;ludium liegt sanft in Daunenfedern eingeh&#252;llt. Gerade mit so minimalem Anschlag, dass es dem Klavier einen Ton entlockt, gleitet er durch die Tonfolgen. Mit &#228;u&#223;erster Pr&#228;zision gelingt es ihm, die schnellen Passagen zu verk&#252;rzen, um die Betonung auf die gef&#252;hlvollen zu legen. Scheinbar m&#252;helos beherrscht er die technisch hoch anspruchsvollen vielstimmigen Fugen. Lautst&#228;rke und Intonation variiert er gekonnt und hebt damit manchmal vor oder &#252;berspringt. Es ist &#8220;sein&#8221; Bach &#8211; das sp&#252;rt man aus jeder Note. Wer nach gut zwei Stunden noch nicht &#252;berzeugt war, der wurde mit dem schwindelerregenden Tempo der Prokovjev-Toccata als Zugabe in Staunen versetzt. Durch und durch &#252;berzeugend und so wird es spannend, die Entwicklung des mehrfachen Echo-Preistr&#228;gers zu beobachten.</p>
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		<title>Tamerlano</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Nov 2008 17:51:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn man erstmalig den fast heiligen Saal der Bayerischen Staatsoper in M&#252;nchen betritt. Dem Zuschauer offenbart sich ein tadellos gepflegtes Meisterwerk der Baukunst des 19. Jahrhunderts. Doch beim Rezipieren der von Pierre Audi inszenierten Version von H&#228;ndels &#8220;Tamerlano&#8221; vergeht das Erstaunen schnell wieder. Es erwartet ihn eine an Langeweile [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn man erstmalig den fast heiligen Saal der Bayerischen Staatsoper in M&#252;nchen betritt. Dem Zuschauer offenbart sich ein tadellos gepflegtes Meisterwerk der Baukunst des 19. Jahrhunderts. Doch beim Rezipieren der von Pierre Audi inszenierten Version von H&#228;ndels &#8220;Tamerlano&#8221; vergeht das Erstaunen schnell wieder. Es erwartet ihn eine an Langeweile und Kreativit&#228;tsleere kaum zu &#252;bertreffende Darstellung der komplizierten Liebesbeziehung zwischen Tamerlano und Andronico zu Asteria. Urspr&#252;nglich f&#252;r Barockb&#252;hnen konzipiert, ist das perspektivische B&#252;hnenbild nicht nur dadurch unpassend, sondern auch durch die &#252;berwiegend vorherrschende Dunkelheit und die entsetztliche dunkelolivgr&#252;ne Farbkomposition. Seinen H&#246;hepunkt findet diese schaurige Zusammenstellung mit herunterziehenden Pappwolken, die aufgrund ihrer Beschaffenheit den Eindruck erwecken, sie stammen aus der Urauff&#252;hrung und symbolisieren die geistige Umnachtung desjenigen, der f&#252;r sie verantwortlich ist. Wer auf Erl&#246;sung beim Hochfahren der besagten gr&#252;nen W&#228;nde hofft, der wird mit dem Blick auf eine &#252;berdimensionale Bretterwand, die ein Tor darstellen soll, entt&#228;uscht. Doch scheint Entt&#228;uschung ja ohnehin das zentrale Motiv dieser Oper zu sein &#8211; warum also nicht auch zum direkten Mitf&#252;hlen im Publikum?! Entt&#228;uschung setzte schlie&#223;lich schon ein, als verk&#252;ndet werden musste, dass Davis Daniels nicht die Titelrolle singen w&#252;rde; verst&#228;ndlich, nachdem er die Inszenierung gesehen hat. Doch niemand ahnte, dass dies nur der Anfang einer Serie von Ungereimtheiten werden w&#252;rde. So konnte von den Hauptfiguren einzig Asteria, dargestellt von Sarah Fox, &#252;berzeugen. Und auch der extra aus Frankreich importierte Tamerlano-Ersatz zeigte viel von seinem K&#246;nnen. Der Rest kam bedauerlicherweise kaum &#252;ber die Kraft des Orchesters hinaus, das zu H&#228;ndels Zeiten eh schon reduzierter ist als das modernerer Opern. Was h&#228;tte John Mark Ainsley, (als Bajazet) nur gemacht, h&#228;tte er die Rolle des Kalaf in Puccinis &#8220;Turandot&#8221; singen m&#252;ssen &#8211; wom&#246;glich w&#228;re er &#228;hnlich ausdrucksstark gewesen wie eine zweite Violine. Nicht einmal auf den Text konnte man sich diesmal ausweichend konzentrieren. Der war praktischerweise in einer Bl&#228;sse auf die Leinwand projiziert worden, dass der Blick auf selbige konfus machte. Immerhin &#252;berzeugte das barocke Orchester und die vers&#246;hnlich stimmenden Kost&#252;me. F&#252;r das Format &#8220;Bayerische Staatsoper&#8221; war diese Oper jedoch ein absoluter Fehltritt.</p>
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		<title>Così fan tutte</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 12:54:15 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>So machen es alle &#8211; au&#223;er Doris D&#246;rrie, diese l&#228;sst an der Berliner Staatsoper eine der Paradeopern Mozarts im Flowerpower-Gewand neu erstehen und landet damit einen Volltreffer. Getreu dem Motto, Monogamie geh&#246;rt zum Establishment, fokussiert sie ihre Interpretation auf dem Motiv der Sehnsucht und des damit verbundenen Fremdgehens. Dabei entsteht eine an Charme und Witz sehr reiche Neubearbeitung eines Stoffes, der f&#252;r die meisten bislang mit barocken Kost&#252;men und einem h&#246;fischem Ambiente verbunden war. So richtet sich der Blick auf ein &#252;berdimensioniertes kastenartiges Gebilde, das hereinrollt und sich als ausklappbare Wohnung herausstellt, sogar mit Auto, Garage und Garten. B&#252;hnenbild und Kost&#252;me von Christian Sedelmayer verdienen in diesem Zusammenhang ein besonderes Lob. Die Geschichte ist schnell erz&#228;hlt: Die zwei jungen M&#228;nner Guglielmo (Hanno M&#252;ller-Brachmann) und Ferrando (Jeremy Ovenden) sind sich der Treue ihrer Frauen Dorabella (Katharina Kammerloher) und Fiordiligi (Anna Samuil) derart sicher, dass sie auf Betreiben Don Alfonsos (Roman Trekel) eine Wette eingehen. Innerhalb der n&#228;chsten 24 Stunden sei es demnach v&#246;llig unm&#246;glich, dass die Damen fremdgingen. Durch geschicktes Verwechslungsspiel und unnachgiebigen Charme, Selbstmordversuche und fingierte Erkl&#228;rungen schaffen es die beiden M&#228;nner aber doch, sich der lang andauernden Gegenwehr zu widersetzen und erobern &#252;ber Kreuz die Herzen der Frauen, die schlie&#223;lich sogar die Eheurkunde unterschreiben. M&#246;glich macht dies nicht zuletzt die von Don Alfonso bezahlte Haush&#228;lterin Despina (Adriane Queiroz), die durch Gesang und Schauspiel mehr als &#252;berzeugt. Sie reiht sich ein in eine Riege aus brillianten Arien, vorgetragen vom dynamischen Quartett. Das Res&#252;mé kann nur &#252;beraus positiv ausfallen, &#252;berzeugen doch alle, einschlie&#223;lich Orchester, mit einer bravour&#246;sen Leistung, selbst Senora Queiroz, die sich im Vorfeld entschuldigen lie&#223;, falls sich ihre leichte Erk&#228;ltung auf den Gesang auswirke. Wenn es so alle machen, dann nur zu!</p>
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		<title>Tosca</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 12:18:46 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Was f&#252;r Maria Callas die Paraderolle war, f&#252;r zahlreiche Liebhaber ein Juwel ist, und f&#252;r Opernh&#228;user weltweit auch in den kommenden Jahren eine Pflichtinszenierung sein wird, ist f&#252;r den Besucher der Deutschen Staatsoper in Berlin momentan ein Augen- und Ohrenschmaus. Puccinis &#8220;Tosca&#8221;, ein nicht zu komplexes italienisches Musiktheater, nimmt auch heute noch Menschen in ihren Bann. Mit einer Mischung aus Eifersucht, Hass, Trauer, Humor und Liebe spielt und singt sich Tosca, dargestellt von Micaela Carosi, in die Herzen der Zuschauer und in das zweier M&#228;nner. Der eine intrigiert, der andere soll vorerst guillotiniert werden. Auch wenn Tosca durch Mord an ersterem das Schicksal abzuwenden versucht, muss sie ihren Cavaradossi tot in den Armen halten und w&#228;hlt schlie&#223;lich den Freitod. Eine gelungene klassische Inszenierung rundet einen angenehmen Opernabend ab.</p>
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		<title>La Bohème</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 12:08:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Anl&#228;sslich des 150. Geburtstags von Giacomo Puccini findet sich diesertage auf jedem gutsortierten Opernspielplan wenigstens eine Inszenierung eines seiner Werke. Die Komische Oper in Berlin zeigt &#8220;La Bohème&#8221;, modern interpretiert. Die Blicke des Zuschauers richten sich auf das so genannte B&#252;hnenbild, das nichts weiter zeigt als herabfallenden Schnee vor dem vollkommen unverh&#252;llten Innenleben der B&#252;hne. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anl&#228;sslich des 150. Geburtstags von Giacomo Puccini findet sich diesertage auf jedem gutsortierten Opernspielplan wenigstens eine Inszenierung eines seiner Werke. Die Komische Oper in Berlin zeigt &#8220;La Bohème&#8221;, modern interpretiert. Die Blicke des Zuschauers richten sich auf das so genannte B&#252;hnenbild, das nichts weiter zeigt als herabfallenden Schnee vor dem vollkommen unverh&#252;llten Innenleben der B&#252;hne. Eine Assoziation mit der bitteren Armut der vier jungen K&#252;nstler, die den letzten Stuhl verheizen wollen f&#252;r ein wenig W&#228;rme, angesichts eines kalten Pariser Winters des ausgehenden 19. Jahrhunderts, liegt nahe. Abgesehen davon wirkt die Inszenierung von Andreas Pomoki oft unnat&#252;rlich und aufgesetzt, begleitet vom m&#228;&#223;igen Schauspiel der Protagonisten. Doch daf&#252;r treten diese, angef&#252;hrt von Mimi (Brigitte Geller) und Rodolphe (Timothy Richards) mit ausdrucksstarkem Gesang in den Vordergrund, untermalt von einem gl&#228;nzend aufgelegten Orchester. Insgesamt entsteht somit ein positiver Eindruck.</p>
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		<title>Der fliegende Holl&#228;nder</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 21:09:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mag es an der Nationalit&#228;t liegen oder ziehe ich Opern an, die ausgebuht werden? Die Inszenierung von Wagners fliegendem Holl&#228;nder l&#246;ste einmal mehr interessante Reaktionen aus. Dabei waren Senta und ihre beiden Buhler gesanglich au&#223;erordentlich gut. Auch der Dirigent des Abends zeigte sein Bestes, inklusive schwei&#223;nassen Haaren am Ende. Zugegeben: die &#220;bertragung der Handlung in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mag es an der Nationalit&#228;t liegen oder ziehe ich Opern an, die ausgebuht werden? Die Inszenierung von Wagners fliegendem Holl&#228;nder l&#246;ste einmal mehr interessante Reaktionen aus. Dabei waren Senta und ihre beiden Buhler gesanglich au&#223;erordentlich gut. Auch der Dirigent des Abends zeigte sein Bestes, inklusive schwei&#223;nassen Haaren am Ende. Zugegeben: die &#220;bertragung der Handlung in die Finanzwelt wirkt etwas unpassend angesichts von nordischen Seem&#228;nnern, tosenden Wellen und gro&#223;en Schiffen, doch im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse rund um die Bankenkrisen wirkt das Geschehen fast vision&#228;r. So verk&#246;rpert Daland den profitgierigen Banker, dem seine Tochter nicht zu schade ist, sie gegen das Gold eines zweifelhaften Seemanns einzutauschen. Beim momentanen Kurswert einer Feinunze stellt diese &#220;berlegung schlie&#223;lich eine echte Alternative dar. Edler Held und gleichzeitig Spielverderber ist Erik, der zu ma&#223;vollem, vern&#252;nftigem Handeln aufruft und echte Gef&#252;hle zeigt. Enden tut es, wie sollte es anders sein, dennoch in der Katastrophe, denn Senta bringt sich um, womit der Holl&#228;nder endlich den Tod findet. Waren es also die Investmentbanker, die pfiffen und buhten?</p>
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		<title>Eugen Onegin</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 23:33:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Berlin bejubelt in diesen Tagen einen Weltstar: Rolando Villazón singt die Rolle des Lenskij in Tschaikowskis &#8220;Eugen Onegin&#8221; an der Berliner Staatsoper. In puncto Format stehen ihm seine Kollegen (Anna Samuil als Tatjana, Roman Trekel als Onegin und René Pape als Gremin und Daniel Barenboim am Pult) in nichts nach. Nur die Akte Achim Freyer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Berlin bejubelt in diesen Tagen einen Weltstar: Rolando Villazón singt die Rolle des Lenskij in Tschaikowskis &#8220;Eugen Onegin&#8221; an der Berliner Staatsoper. In puncto Format stehen ihm seine Kollegen (Anna Samuil als Tatjana, Roman Trekel als Onegin und René Pape als Gremin und Daniel Barenboim am Pult) in nichts nach. Nur die Akte Achim Freyer steht zur Diskussion. Irene Constantin von &#8220;Neues Deutschland&#8221; titelt treffend: &#8220;Das Premierenpublikum feierte einhellig, was es geh&#246;rt hatte, es bejubelte und verdammte, was zu sehen war&#8221;. Ob genial oder verfehlt &#8211; dar&#252;ber darf sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Der Jubel nach dem Schlussakkord des heutigen Abends war zweifelsfrei gehemmt, aber auch parteiergreifend im Sinne von Constantin. Das Gros der Zuschauer konnte das Konzept entweder nicht nachvollziehen und wollte es nicht. Es mag daran liegen, dass die geschminkten Grimassen die Emotionalit&#228;t grotesk wirken lassen, so dass Villazón mit seiner Inbrunst und Hingabe beinah dagegen anzusingen scheint. M&#252;ssen wir darum Freyer verurteilen, weil er uns eine einzigartige Besetzung mit einer &#228;rgerlichen Inszenierung koppelt? Verurteilen wir Tschaikowski, weil er Onegin keine melodi&#246;se Arie nach dem Tod Lenskijs singen l&#228;sst? Besch&#228;ftigt man sich hingegen mit der Interpretation Achim Freyers, ist die Ambivalenz aus Musik, B&#252;hnenbild, Schauspiel und Ausdruck logisch und so ergeben sich interessante Parallelen mit der Intention des Werks und der Umsetzung der Originalverse in die Musik. Die Frage, die im Raum steht, ist folglich, inwieweit man dem Publikum eine Oper verfremden darf. Dem Publikum der Berliner Staatsoper geht die Freyer-Inszenierung offensichtlich zu weit. Gut, dass wir drei Opernh&#228;user haben, von denen sich zwei bereits einen Namen mit moderner Regie gemacht haben. Schaden kann es in Zukunft trotzdem nicht, sich mit dem zugrundeliegenden Stoff auseinanderzusetzen; das erleichtert das Verst&#228;ndnis.</p>
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