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	<title>Alexander Röstel, Berlin &#187; Genießer</title>
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	<description>ALEXANDER RÖSTEL – Homepage, Fotografie, Textoptimierung.</description>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 19:12:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein gewisses &#220;bergewicht an sakralen Motiven ist nicht zu leugnen.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein gewisses &#220;bergewicht an sakralen Motiven ist nicht zu leugnen.</p>
<p><a href="http://www.alexikon.net/alexander-roestel/fotograf/basel" target="_blank"><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.alexikon.net/wp-content/gallery/alexikon_net/basel/img_7895.jpg" alt="img_7895.jpg" /></a></p>
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		<title>Natural Pollock</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 23:18:51 +0000</pubDate>
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Was aussieht wie ein St&#252;ck Mondoberfl&#228;che, ist auch in Wirklichkeit keine Skulptur von Jackson Pollock. Der Herausgeber hat sich schamlos bei Marcel Breuer bedient. Dessen Pyramide, das Whitney Mausoleum, beherbergt bedeutende Opfergaben amerikanischer Sammler.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.alexikon.net/wp-content/gallery/alexikon_net/new-york/img_0924.jpg" alt="img_0924.jpg" /></p>
<p>Was aussieht wie ein St&#252;ck Mondoberfl&#228;che, ist auch in Wirklichkeit keine Skulptur von Jackson Pollock. Der Herausgeber hat sich schamlos bei Marcel Breuer bedient. Dessen Pyramide, das Whitney Mausoleum, beherbergt bedeutende Opfergaben amerikanischer Sammler.</p>
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		<title>Washington</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 22:41:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein kleiner Streifzug durch das m&#228;chtige Washington &#8230;

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kleiner Streifzug durch das m&#228;chtige Washington &#8230;</p>
<p><a href="http://www.alexikon.net/alexander-roestel/fotograf/washington" target="_blank"><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.alexikon.net/wp-content/gallery/alexikon_net/washington/img_1290.jpg" alt="img_1290.jpg" /></a></p>
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		<title>Die Hauptmannstochter</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 14:58:58 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Was w&#228;re das Werk Thomas Manns ohne die &#8211; mal mehr, mal weniger &#8211; filigranen Anspielungen auf die eigene Biografie? W&#228;re es ihm &#252;berhaupt m&#246;glich gewesen, im &#8220;Tod in Venedig&#8221; einen geifernden Gustav von Aschenbach zu stilisieren, ohne an Paul Ehrenberg, seine &#8220;zentrale Herzenserfahrung&#8221; zu denken? H&#228;tte uns Hermann Hesse die Eigenauseinandersetzung Peter Camenzinds glaubhaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was w&#228;re das Werk Thomas Manns ohne die &#8211; mal mehr, mal weniger &#8211; filigranen Anspielungen auf die eigene Biografie? W&#228;re es ihm &#252;berhaupt m&#246;glich gewesen, im &#8220;Tod in Venedig&#8221; einen geifernden Gustav von Aschenbach zu stilisieren, ohne an Paul Ehrenberg, seine &#8220;zentrale Herzenserfahrung&#8221; zu denken? H&#228;tte uns Hermann Hesse die Eigenauseinandersetzung Peter Camenzinds glaubhaft n&#228;herbringen k&#246;nnen, w&#228;re die Titelfigur nicht das Sprachrohr des Autors? Ist die eigene Entwicklung nicht notwendigerweise der Impuls zu k&#252;nstlerischer Ausdrucksfindung? L&#228;sst sich &#252;berhaupt sinnvoll bestimmen, ob und inwieweit Autobiografisches einem Werk innewohnt? Wo Gef&#252;hle beschrieben werden, bedarf es der Logik weniger. Im Ergebnis stehen zumeist bewegende Zeugnisse einer Auseinandersetzung mit sich selbst.</p>
<p>Alexander Sergejewitsch Puschkin f&#252;hrt uns selbiges mit seinem letzten gro&#223;en Roman &#8220;Die Hauptmannstochter&#8221;, der 1836 erschien, eindrucksvoll vor Augen. Vor dem Hintergrund der russischen Bauernaufst&#228;nde in den Jahren 1773-1775, angef&#252;hrt vom gef&#252;rchteten Jemeljan Pugatschow, beschreibt der fiktive Herausgeber die pers&#246;nliche Geschichte des jungen Adligen Pjotr Andrejewitsch Grinew. Dieser ist es, der den Autor fasziniert und widerzuspiegeln vermag. So erscheint es wenig zuf&#228;llig, dass Grinew auf einem Landgut aufw&#228;chst, es als Soldat nicht sonderlich zu Ehren bringt und eher durch politisches Engagement auff&#228;llt, was das Verh&#228;ltnis zum Vater zerr&#252;ttet. Puschkin selbst war es, der, ob Bildung und adliger Herkunft, Sympathien mit den antizaristisch eingestellten Dekabristen bekundete, wenngleich er ihnen nicht angeh&#246;rte. Seine Verbannung nach Sibirien wurde dennoch nur durch einflussreiche Freunde verhindert; ein weiteres Element, dem wir im Roman wiederbegegnen sollen. In dieser Zeit lernt der junge Schriftsteller, dessen Erstlingswerke von der Kritik nur verhalten aufgenommen werden, die Dekabristin Marija N. Wolkonskaja kennen; eine Begegnung, die sich wohl im Namen der Hauptmannstochter ebenfalls niedergeschlagen haben d&#252;rfte.</p>
<p>In heftigem Schneetreiben gestrandet, auf dem Weg zum ersten &#8211; durch den Vater vermittelten &#8211; Milit&#228;rdienst trifft Grinew erstmals (unwissentlich) auf Pugatschow, der ihnen sicheres Geleit in ein nahegelegenes Wirtshaus erm&#246;glicht. Zum Dank erh&#228;lt dieser seinen Hasenpelz. &#196;hnlich wie in Kleists &#8220;K&#228;thchen von Heilbronn&#8221;, schl&#228;gt nun ein Traum die Br&#252;cke zur weiteren Handlung. Damit verschreibt sich der Autor zwar der romantischen Erz&#228;hltradition, bricht sie jedoch durch eine betont n&#252;chterne Sprache und psychologischen Feinsinn gleichzeitig wieder auf. In den folgenden Kapiteln, gr&#246;&#223;tenteils in der Festung Belogorsk, wo Grinew stationiert ist, angesiedelt, entfaltet sich gleichsam der Antagonismus zur Figur Schwabrins und die Zuneigung zu Mascha, der Tochter des dortigen Kommandanten. Es kommt zum Duell mit Schwabrin, der ebenfalls ein Auge auf die sch&#246;ne Dame geworfen hat, in dem Grinew durch einen Hinterhalt seines Gegners nur knapp mit dem Leben davonkommt. Die Nachricht zieht geschwind ihre Kreise und veranlasst seinen Vater zur Absage einer Beziehung mit Mascha. Desillusioniert aufgrund der Unm&#246;glichkeit einer Verbindung schreibt er die folgenden Verse:</p>
<p>Zu verbannen Liebeswehe,<br />
Bin ich oftmals jetzt allein,<br />
Denn ich meide Maschas N&#228;he,<br />
Um aufs neue frei zu sein!</p>
<p>Doch die Augen, die mich banden,<br />
Gehen nicht aus meinem Sinn;<br />
Mein Verstand kam mir abhanden,<br />
Ach, und meine Ruh ist hin.</p>
<p>So erkenn denn meine Schmerzen,<br />
Mascha, und erbarm dich mein;<br />
Sieh die Pein in meinem Herzen,<br />
Rette den Gefangnen dein.</p>
<p>Erneut Handlung vorwegnehmend, sind es diese Verse, die er Schwabrin vortr&#228;gt, die zum Duell f&#252;hren, die die &#8220;Schmerzen&#8221; &#252;berhaupt erst begr&#252;nden. Dabei stellt sich die Frage, ob durch Verbannung von Gef&#252;hlen &#252;berhaupt Freiheit erlangt werden kann; ein Begriff, den Grinew kurz zuvor mit &#8220;jemanden in Stachelhandschuhen halten&#8221; paraphrasiert hat.</p>
<p>Der Stillstand, in den Grinew zunehmend verf&#228;llt, wird mit dem Einbruch der historischen Ereignisse aufgel&#246;st. Pugatschow ist inzwischen m&#228;chtig geworden und erobert mit seinem Heer Festung um Festung, bald auch Belogorsk, wobei der Kommandant und seine Frau hingerichtet werden. Auch Grinew h&#228;ngt am Galgen, wird jedoch von Pugatschow erkannt und freigelassen und kann sich ins nahegelegene Orenburg absetzen. W&#228;hrenddessen &#252;bernimmt Schwabrin die Verwaltung der Festung, worunter auch Mascha f&#228;llt, die Unterschlupf im Hause des &#246;rtlichen Priesters gefunden hat. Ihr gelingt es sp&#228;ter in Verzweiflung &#252;ber ihre Lage, einen Brief an Grinew zu schreiben, der daraufhin den Weg zur&#252;ck zur Festung bestreitet, um sie zu retten. Dabei ger&#228;t er ein weiteres Mal in die F&#228;nge Pugatschows, der ihm jedoch hilft. Grinew und Mascha sind wieder vereint, doch erneut verhindern &#228;u&#223;ere Einfl&#252;sse ihr Zusammensein. Nach der Niederschlagung des Bauernaufstands wird Grinew bezichtigt, mit Pugatschow kollaboriert zu haben, was seine unmittelbare Verhaftung zur Folge hat. Einer Verbannung nach Sibirien entgeht er nur, da sich Mascha an den russischen Zarenhof wagt und bei Katharina II. um Gnade bittet.</p>
<p>An dieser Stelle endet der verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig kurze Roman, in dessen Zentrum das widerspr&#252;chliche Verh&#228;ltnis zwischen Pugatschow und Grinew steht. Und dennoch lautet der Titel dieser an Spannung nicht armen Geschichte nicht etwa &#8220;Der Usurpator&#8221; oder &#8220;Der adlige Sergeant&#8221;, sondern &#8220;Die Hauptmannstochter&#8221;. Ist es doch eigentlich Mascha, die Stillstand verursacht, die in ihrer Rolle vollkommen vom Willen Schwabrins, Grinews und Pugatschows abh&#228;ngig ist, um schlie&#223;lich doch diejenige zu sein, die uns die schier unm&#246;gliche Katharsis herbeif&#252;hrt; ein Ende, das schon fast surreal erscheint, &#228;hnlich dem der Dreigroschenoper, in welchem der Schwerverbrecher Mackie Messer nicht nur begnadigt, sondern von der K&#246;nigin h&#246;chstselbst zus&#228;tzlich in den Adelsstand erhoben und mit einer &#252;ppigen Rente ausgestattet wird. Dass Puschkin die Zarin, die gr&#246;&#223;te Widersacherin Pugatschows, eine Rolle spielen l&#228;sst, erscheint daher mehr als Verweis auf die historische Grundlage, mit welcher er sich zu jener Zeit umfassend besch&#228;ftigte. Betrachtet man hingegen den Ausgang der Geschichte als &#8220;besonders herausragende Leistung&#8221;, rechtfertigt sich die Bezeichnung &#8220;Heldin&#8221; und damit der Romantitel.</p>
<p>Grinew handelt an keiner Stelle au&#223;ergew&#246;hnlich. Er bahnt sich seinen Weg durch die Erz&#228;hlung zwar mit Heldenmut, doch ist auch sein Erfolg immer von externen Einfl&#252;ssen abh&#228;ngig; sei es von der Zustimmung seiner Eltern, dem Degen Schwabrins, der Gnade Pugatschows oder eben auch der Liebe Maschas. In diesem Rahmen handelt er tugendhaft, h&#228;lt selbst in der ausweglosesten Situation an seinen Prinzipien fest. Besonders seine Neigung zur Wahrheit darf ihm dabei als Verdienst angerechnet werden, ist er sogar vor Gericht gewillt &#8220;nur die lauteste Wahrheit zu auszusagen&#8221;, da er diese Methode nicht nur f&#252;r &#8220;die einfachste,  sondern auch f&#252;r die allerbeste&#8221; h&#228;lt. Seine Begnadigung erscheint insofern gerecht. An anderer Stelle verwundert seine Prinzipientreue, dann n&#228;mlich, als er die M&#246;glichkeit hat, sich mit Mascha auf das Gut seiner Eltern zur&#252;ckzuziehen. Doch unterwirft er sich ausgerechnet in dieser Situation erneut dem Milit&#228;rdienst, dem er mit so viel Abneigung gegen&#252;bersteht, was Puschkin den fiktionalen Herausgeber mahnen l&#228;sst:</p>
<p>&#8220;J&#252;ngling, dem diese Aufzeichnungen in die H&#228;nde fallen sollten, denke immer daran, dass die besten und dauerhaftesten Ver&#228;nderungen nur die sind, die ohne gewaltsame Ersch&#252;tterungen einzig der Verbesserung der Sitten entspringen.&#8221;</p>
<p>Puschkin bringt uns damit auch eine russische Gesellschaft des 18. und 19. Jahrhunderts n&#228;her, in denen die Bedeutung milit&#228;rischer W&#252;rden g&#228;nzlich ohne Konkurrenz gipfelt, was Anton Tschechov sp&#228;ter in seiner Erz&#228;hlung &#8220;Der Orden&#8221; humoristisch aufgreifen soll. Diese Tendenz, die sich auch im &#252;brigen Europa, besonders im Deutschen Kaiserreich fortsetzte, beg&#252;nstigt jene patriarchalische Strukturen, die Mascha zum Opfer und Grinew zum Soldat machen m&#252;ssen. Im Gegensatz dazu wendet sich der Autor an die junge Generation, wenngleich nur dem m&#228;nnlichen Teil derselben, und appeliert an Fortschritt durch Gewaltlosigkeit.</p>
<p>Pugatschow sucht den Fortschritt in der erbarmungslosen Gewalt, mordet, unterwirft und brandschatzt. Sein Wesen wird von Puschkin zumeist m&#228;rchen- oder volksliedhaft untermalt. Pugatschow als Sohn des Volkes, seiner Zeit? Fest steht, dass zu Zeiten, als Puschkin die Schaupl&#228;tze der historischen Handlung besuchte, mehr als 60 Jahre nach der Niederschlagung der Aufst&#228;nde, jener Pugatschow noch immer in den K&#246;pfen der Menschen verankert war, gar ehrf&#252;rchtig verehrt wurde, als der &#8220;wahre Gro&#223;e F&#252;rst von Moskau&#8221;. Sympathie mit einem Usurpator? Dieser Widerspruch ist es, der dem Roman seine besondere Relevanz einr&#228;umt. Parallelen zur Wirkung von Oliver Hirschbiegels Film &#8220;Der Untergang&#8221; tun sich auf, der es vermag, Hitler als einen Menschen darzustellen, der durchaus zu menschlichen Gef&#252;hlen f&#228;hig war und dem Zuschauer trotz seiner unbestrittenen Grausamkeit einen Hauch von Sympathie einfl&#246;&#223;t. Nicht zuletzt wissen wir, wie sehr er der &#8220;F&#252;hrer&#8221; eines ganzes Volkes war, ein gewaltbereiter Demagoge, ein brutaler Massenm&#246;rder. Hirschbiegel also ein zeitgen&#246;ssischer Puschkin? Mit dem heutigen Tag sind WIR mehr als 60 Jahre von einer Schreckensherrschaft entfernt und sehnen uns in Zeiten gesellschaftlichen Abschwungs erneut  eine Leitfigur herbei, r&#252;hmen die charismatischen K&#246;pfe der Vergangenheit, apotheotisieren einen Helmut Schmidt oder, je nach politischer &#220;berzeugung, einen Franz Josef Strau&#223;, sehen radikalere Denkrichtungen erstarken.</p>
<p>Pugatschows Allgegenwart endet nicht mit seinem Tod. Vielleicht ist das der Grund, warum er Grinew zunickt, ehe sein Haupt fallen wird.</p>
<p>Der Vollst&#228;ndigkeit halber und wegen des einleitenden Verweises auf die biografischen Parallelen, sei gesagt, dass Alexander Sergejewtisch Puschkin durch eine Intrige in ein Duell mit einem franz&#246;sischen Gardeoffizier mit weniger gl&#252;cklichem Ausgang verwickelt wurde. Er erlag zwei Tage sp&#228;ter seinen Verletzungen, am 29. Januar 1837. &#8220;Die Hauptmannstochter&#8221; blieb sein letztes vollendetes Werk und sollte den Aufbruch in eine neue Zeit markieren; weg von den Traditionen, hin zu einer modernen russischen Literatur.</p>
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		<title>Columbia University</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 17:51:33 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Meine Zukunftsvorstellungen drehen sich momentan um eine Entscheidungsfrage: direktes Masterstudium oder weitere Praxiserfahrungen? Nun sitze bei sommerlich-schw&#252;lem New Yorker Klima auf den Treppen der Columbia University und sehe meine Entscheidung deutlich zugunsten einer der beiden M&#246;glichkeiten beeinflusst. Es weckt Sehnsucht, wenn man sich in die Morningside Heights begibt und von jenem monumentalen klassizistischen Geb&#228;udekomplex umgeben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Zukunftsvorstellungen drehen sich momentan um eine Entscheidungsfrage: direktes Masterstudium oder weitere Praxiserfahrungen? Nun sitze bei sommerlich-schw&#252;lem New Yorker Klima auf den Treppen der Columbia University und sehe meine Entscheidung deutlich zugunsten einer der beiden M&#246;glichkeiten beeinflusst. Es weckt Sehnsucht, wenn man sich in die Morningside Heights begibt und von jenem monumentalen klassizistischen Geb&#228;udekomplex umgeben ist, der Pulitzer- und Nobelpreistr&#228;ger in der Vergangenheit f&#246;rmlich produziert hat. Mein Blick f&#228;llt auf die vielen Studenten, die sich in deren Fu&#223;stapfen begeben m&#246;chten und eilig zur Vorlesung rennen oder gerade ihr Mittagessen (d.h. Starbucks Iced Coffee und Bagel) verspeisen. Nicht zuletzt auch das entfacht Wunsch und Antrieb, selbst die Beine in die Hand zu nehmen, um daf&#252;r zu sorgen, hier auch einestages &#252;ber den Campus zu wandern; dann jedoch nicht als Au&#223;enstehender, sondern als Student oder Alumnus.</p>
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		<title>Central Park</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 15:40:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Er ist Gegenstand zahlreicher Legenden, Tatort zahlreicher Verbrechen und zugleich Zufluchtsort zahlreicher New Yorker: der Central Park, gr&#252;ner Korridor im Herzen Manhattans. Er wurde vor 150 Jahren er&#246;ffnet, nachdem sich Frederick Law Olmsted und Calvert Vaux nicht wenig Gedanken gemacht haben, wie man das ehemalige Sumpfgebiet in ein Erholungsgebiet verwandeln k&#246;nnte. Bei so vielen Fehlentscheidungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist Gegenstand zahlreicher Legenden, Tatort zahlreicher Verbrechen und zugleich Zufluchtsort zahlreicher New Yorker: der Central Park, gr&#252;ner Korridor im Herzen Manhattans. Er wurde vor 150 Jahren er&#246;ffnet, nachdem sich Frederick Law Olmsted und Calvert Vaux nicht wenig Gedanken gemacht haben, wie man das ehemalige Sumpfgebiet in ein Erholungsgebiet verwandeln k&#246;nnte. Bei so vielen Fehlentscheidungen zur Bebauung der Stadtfl&#228;che, muss man die Entscheidung der New Yorker B&#252;rger und B&#252;rgermeister deutlich honorieren. Immerhin haben sie kostbare 5% ihres Platzes hergegeben, um von der 59th bis zur 110th ein 3,4 km² gro&#223;es Areal zu gew&#228;hrleisten. Nach Vorbild der europ&#228;ischen Gartenarchitektur wurden &#252;ber 500.000 B&#228;ume und Str&#228;ucher gepflanzt; es entstanden k&#252;nstliche Seen, Sport- und Spielpl&#228;tze, Restaurants, Fu&#223;wege, Statuen und kleinere Monumente. Heutzutage ist das pittoreske Idyll nicht mehr wegzudenken, auch wenn &#8211; oder gerade weil &#8211; die umliegenden Geb&#228;ude immer h&#246;her hinauswachsen. Gerade im Sommer ist es sehr angenehm, wenn man dem aufgeheizten Beton und Stahl der Avenues, dem dauerhaften Verkehrsl&#228;rm und dem ungeheuren Takt, den die Stadt vorgibt, ein wenig entfliehen kann, um die Gedanken bei einem Buch und Sonnenstrahlen schweifen zu lassen.</p>
<p>Praktischerweise flankiert die 5th Avenue die gesamte Ostseite des Parks, so dass der Ausgang bei mir durchaus nicht selten eines der angrenzenden Museen ist. So gehe ich sehr gern am Sonntag in den Nachmittagsstunden ins Metropolitain Museum, um Teile der unglaublichen Sammlung auf mich wirken zu lassen. Zweifelsfrei werde ich diesem Museum demn&#228;chst einen eigenen Artikel widmen. Meine Heimat-Subway verkehrt auf den Linien 1, 2 und 3, so dass ich nach dem Museum immer den Park durchqueren muss, was ich gern &#252;ber Umwege in Kauf nehme. Es mag an meinem nicht &#252;berm&#228;&#223;ig stark ausgepr&#228;gten Orientierungssinn liegen, doch tr&#228;gt sicher auch die schiere Gr&#246;&#223;e der &#8220;gr&#252;nen Lunge&#8221; des Big Apples dazu bei, dass ich jedes Mal andere Sehensw&#252;rdigkeiten passiere, wenn ich diesen Spaziergang antrete. Mir soll es recht sein, schlie&#223;lich lasse ich mich gern von dem Gef&#252;hl tragen, das mich umgibt, wenn ich das Geschehen beobachte.</p>
<p>Das schlie&#223;t so manches Softball-, Baseball- oder Lacrosse Match ein. Es soll jedoch nicht der Eindruck entstehen, ich w&#252;rde mich zu genau damit auskennen. Einige Spielz&#252;ge haben sich mir daf&#252;r inzwischen erschlossen und so macht es mittlerweile Spa&#223;, die unterschiedlichen gegeneinander antretenden Teams zu beobachten, die meiner Meinung nach auf gar keinem so amateurhaften Niveau spielen. Die meisten Mannschaften haben professionelle Trikots, entsprechende Ausr&#252;stung und sogar schon eine eigene Fangemeinde, die einen guten Schlag entsprechend honorieren. Ich denke an amerikanische Hollywood-Filme. Auch macht es Spa&#223;, die vielen Familien zu beobachten, die das Wochenende nutzen, um sich auf die Wiese zu legen oder Boot zu fahren. Nicht selten sieht man V&#228;ter, die ihren kleinen S&#246;hnen beibringen, wie man einen Baseballschl&#228;ger professionell zu schwingen hat. Ich denke wieder an amerikanische Hollywood-Filme. Unn&#246;tig zu erw&#228;hnen, woran ich denke, wenn ich die ausgezehrten Jogger sehe, die mit ihren iPods und Innenohrkopfh&#246;rern ausgestattet ihre Runden drehen oder ein paar Meter weiter die Generation &#8220;Super Size Me&#8221;, die Rast am Hotdog-Stand eingelegt hat.</p>
<p>Ist der Central Park also typisch amerikanisch? Zumindest gelingt es ihm, alle New Yorker zu vereinen. Vom Bettler bis zum Businessman, von schwarz bis wei&#223;, von Vitaminpr&#228;parat bis Big Mac. Vielleicht erkl&#228;rt das auch die vielen Liebeserkl&#228;rungen seiner Besucher oder die dutzenden liebkosenden New York Times Artikel oder die liebevoll-akribischen Gr&#252;nanlagenpfleger.<br />
Ich kann mich dem Eindruck nicht entziehen, es l&#228;ge ein sch&#252;tzender Glasdeckel auf dem gr&#252;nen Schmelztiegel.</p>
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		<title>Philadelphia</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 19:54:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Reise durch die Vereinigten Staaten &#8211; und nicht durchs Frischk&#228;seregal &#8211; geht weiter. N&#228;chster Halt: Philadelphia, Wiege der amerikanischen Nation.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Reise durch die Vereinigten Staaten &#8211; und nicht durchs Frischk&#228;seregal &#8211; geht weiter. N&#228;chster Halt: Philadelphia, Wiege der amerikanischen Nation.</p>
<p><a title="Philadelphia" href="http://www.alexikon.net/alexander-roestel/fotograf/philadelphia" target="_blank"><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.alexikon.net/wp-content/gallery/alexikon_net/philly/img_9502.jpg" alt="img_9502.jpg" /></a></p>
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		<title>Metropolitain Opera</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 19:22:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Abende in der Metropolitain Opera geh&#246;ren eindeutig zu den H&#246;hepunkten meines Aufenthalts in New York City. Am 9. Mai &#8211; kurz nach dem Verklingen der Ring-Tetralogie &#8211; zieht das American Ballet Theatre (ABT) in die heiligen Hallen des Hauses ein.  Es ist Ballettsaison.
Tanzend gehe ich auch fast schon aus Vorfreude auf die Weltpremiere von Prokofjews [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Abende in der Metropolitain Opera geh&#246;ren eindeutig zu den H&#246;hepunkten meines Aufenthalts in New York City. Am 9. Mai &#8211; kurz nach dem Verklingen der Ring-Tetralogie &#8211; zieht das American Ballet Theatre (ABT) in die heiligen Hallen des Hauses ein.  Es ist Ballettsaison.</p>
<p>Tanzend gehe ich auch fast schon aus Vorfreude auf die Weltpremiere von Prokofjews &#8220;On the Dnieper&#8221;, in einer Inszenierung von Alexei Radmansky. Vom Bolschoi an die Met gekommen, ist der geb&#252;rtige Ukrainer f&#252;r lebhafte, moderne Ausdrucksformen bekannt und schon l&#228;ngst ein Star in der Szene.</p>
<p>Die Subway stoppt in der 66th Street. Wenige Sekunden sp&#228;ter stehe ich im Lincoln Center und bin ergriffen vom &#252;bergro&#223;en kristallenen Leuchter, der von Hans Harald Rath in Kooperation mit Swarovski speziell f&#252;r die Metropolitain Opera entworfen wurde. In Form von Sternenexplosionen reicht dieser von der Decke bis ins Erdgeschoss, wo er von den geschwungenen Treppen umrahmt wird. Sp&#228;testens beim Blick auf den weichen roten Samtteppich und die vergoldeten W&#228;nde wei&#223; man, in was f&#252;r einem besonderen Hause man sich befindet. Das 3800 Pl&#228;tze und 6 Etagen umfassende Geb&#228;ude wurde Anfang der 60er Jahre von Wallace K. Harrison entworfen und ersetzte den Vorg&#228;ngerbau am Broadway.</p>
<p>Viele Details beeindrucken: der pr&#228;chtige Vorhang, die elegant in die W&#228;nde eingelassene Wasserversorgung, der elektronische Libretto-Service f&#252;r jeden Platz und nicht zuletzt nat&#252;rlich auch die edle Garderobe derer, die ebenfalls Zeuge der Prokofjev-Zusammenstellung werden wollen.</p>
<p>Radmansky l&#246;st ein, was er verspricht und zeigt eine sehr moderne Inszenierung. Ungew&#246;hnliche, nicht selten sogar &#228;u&#223;erst komplizierte Figuren bestimmen das Bild und heben die Spannung, trotz einer recht trivialen Liebesgeschichte, die den Inhalt zu &#8220;Am Dnjepr&#8221; bildet. Besonders die Hebefiguren erregen Erstaunen. Nur das B&#252;hnenbild langeweilt, da man einmal mehr einen urklassischen Weg gew&#228;hlt hat, anstatt angesichts dissonanter Kl&#228;nge eine mutige Ummalung zu nutzen.</p>
<p>Bei &#8220;L&#8217;enfant prodigue&#8221; in einer Inszenierung von George Balanchine und &#8220;Le Désir&#8221;, eine Walzerzusammenstellung, hat man es besser gemacht und so wirkten die Pas de Deux&#8217;s auch eindrucksvoller.<br />
&#8220;Eindrucksvoll&#8221; ist auch mein Res&#252;mé zur Metropolitain Opera.</p>
<p><a title="New York" href="http://www.alexikon.net/alexander-roestel/fotograf/new-york" target="_blank"><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.alexikon.net/wp-content/gallery/alexikon_net/new-york/img_8231.jpg" alt="img_8231.jpg" /></a></p>
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		<title>Boston</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2009 21:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Denkt man an Boston, denkt man wohl auch an zwei der bedeutendsten Universit&#228;ten der Welt. Denen ist auch der Hauptanteil dieser Galerie gewidmet, auf die man durch Klick auf das Foto gelangt.

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Denkt man an Boston, denkt man wohl auch an zwei der bedeutendsten Universit&#228;ten der Welt. Denen ist auch der Hauptanteil dieser Galerie gewidmet, auf die man durch Klick auf das Foto gelangt.</p>
<p><a title="Boston" href="http://www.alexikon.net/alexander-roestel/fotograf/boston" target="_blank"><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.alexikon.net/wp-content/gallery/alexikon_net/philadelphia/harvard-i.jpg" alt="Harvard" /></a></p>
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		<title>Estate Sales</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 15:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit &#252;ber einem Jahr beherrschen Kreditblasen, Rezessions&#228;ngste und Kapitalismuskritik die Schlagzeilen. Hier, im Mutterland allen genannten &#220;bels, sind die Auswirkungen auf Privathaushalte auch am deutlichsten sp&#252;rbar. Besonders in den wohlhabenden Vierteln Upstates (so nennt man die Metropolregion New Yorks) rechnet der Immobilien-Sensenmann flei&#223;ig die Verspekulationen seiner Opfer ab. 
W&#228;hrend die Krise die Wirtschaft gerodet hat, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span lang="DE">Seit &#252;ber einem Jahr beherrschen Kreditblasen, Rezessions&#228;ngste und Kapitalismuskritik die Schlagzeilen. Hier, im Mutterland allen genannten &#220;bels, sind die Auswirkungen auf Privathaushalte auch am deutlichsten sp&#252;rbar. Besonders in den wohlhabenden Vierteln Upstates (so nennt man die Metropolregion New Yorks) rechnet der Immobilien-Sensenmann flei&#223;ig die Verspekulationen seiner Opfer ab. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">W&#228;hrend die Krise die Wirtschaft gerodet hat, hat sie jedoch auch neue Setzlinge gepflanzt. So verzeichnen Kunst- und Antiquit&#228;tenh&#228;ndler derzeit ein bl&#252;hendes Gewerbe. Sie folgen dem Sensenmann auf Schritt und Tritt und helfen ihm beim Ausr&#228;umen, um anschlie&#223;end an diejenigen weiterzuverkaufen, deren finanzielle R&#252;cklagen nicht entschwunden sind. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">An den Wochenenden hei&#223;t es nun also fr&#252;h aufstehen und auf nach Westchester. Die gesamte Einrichtung von Knopf bis Couch kommt unter den Hammer. Estate Sale nennt man diese Aktion. Dabei kann man echte Schn&#228;ppchen machen, wenn Leute nicht wissen, was genau sie eigentlich verkaufen. Darum &#252;bernehmen meist spezialisierte Makler solche Ausverk&#228;ufe. Selbstredend, dass auch sie zu den eindeutigen Gewinnern der Krise geh&#246;ren. Der Andrang auf derartige Gelegenheiten ist trotz der Vielzahl an selbigen immens. Extra f&#252;r diesen Zweck eingerichtete Internetseiten verk&#252;nden rechtzeitig, wo es was zu holen gibt. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Drei Stunden vor dem angesetzten Beginn findet man sich dann meist in einer langen Schlange ungeduldiger Menschen wieder; so auch am Samstag. Ungew&#246;hnlicherweise fand der Estate Sale diesmal mitten in Manhattan statt. Ausger&#228;umt wurde ein 6-Zimmer-Penthouse mit Direktblick aufs Chrysler Building, unweit vom MoMA. Das Ehepaar, das es bewohnte, hatte es in den 60er Jahren, als das Geb&#228;ude gebaut wurde, erstanden. Ein Blick durch das Labyrinth von Zimmern und Dachterrassen l&#228;sst keinen Zweifel, dass es sich um sehr gut situierte Leute gehandelt haben musste. Die Besitzerin besa&#223; drei riesige begehbare Kleiderschr&#228;nke sowie ein komplettes Kleiderzimmer, gef&#252;llt mit feinster Garderobe von vier zur&#252;ckliegenden Jahrzehnten. Die Etiketten lesen sich wie das „Who-is-who“ der Designer. Hauptattraktion eines Kleiderschranks war wohl der schneewei&#223;e, volumin&#246;se Lagerfeld-Pelzmantel mitsamt Schuhen, Handtasche, Muff und Schuhen. Einige der Frauen, die ich traf, haben einen Garderobenhandel. Andere interessieren sich wiederum nur f&#252;r Geschirr. Ich selbst konzentrierte mich auf Kunstgegenst&#228;nde, B&#252;cher und M&#246;bel, wurde jedoch nur teilweise f&#252;ndig.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><a title="Estate Sales" href="http://www.alexikon.net/alexander-roestel/fotograf/estate-sales" target="_blank"><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.alexikon.net/wp-content/gallery/alexikon_net/estate-sales/truhe-rueckseite.jpg" alt="truhe-rueckseite.jpg" width="233" height="350" /></a><br />
</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><br />
In einer kleinen Truhe fand ich ein K&#228;rtchen, das den Finder im Falle des Verlusts eines St&#252;ckes bittet, es an den Besitzer &#8211; in diesem Fall Lidia Sava Callvert und Luminitza Sava &#8211; zur&#252;ckzugeben. Es ist ein seltsames Gef&#252;hl, durch die Wohnung dieser Menschen zu gehen, die, wie ich herausbekam, durch die Madoff-Pleite einen gro&#223;en Teil ihres Verm&#246;gens verloren haben. Es erinnert mich an eine Szene aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“, in der Amélie eine Blechschachtel findet, in der ein kleiner Junge f&#252;r ihn wertvolle Dinge aufbewahrte. Dieser ist inzwischen 50 Jahre gealtert und wird durch Amélie in seine Kindheit zur&#252;ckversetzt. W&#228;hrend ich B&#252;cherwidmungen lese, Schr&#228;nke &#246;ffne und Zimmer betrete, die so aussehen, als w&#228;re Familie Sava Callvert nur eben kurz zum Einkaufen gefahren, habe ich ein &#228;hnliches Gef&#252;hl. Ich lerne eine Familie kennen, ohne sie kennengelernt zu haben und erfahre indirekt viel &#252;ber ihren Lebensalltag, ihre Interessen und ihre Angewohnheiten. Es ist offensichtlich, wen sie &#252;ber die Jahre gew&#228;hlt haben, wo man sich zur&#252;ckgezogen hat, wenn man seine Ruhe haben wollte, welche Kunstrichtung ihnen gefallen hat, wie ihre Freunde sie genannt haben; selbst, wo sie miteinander geschlafen haben. Ich werde ebenso ungewollt in ihre Vergangenheit gesto&#223;en und lerne im Vorbeigehen sehr viel &#252;ber die amerikanische Kultur. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Letztlich habe ich einige Dinge gekauft, die ich versuche, weiterzuverkaufen. Dieses Ziel vereint den Gro&#223;teil derer, die an Freitagen und Samstagen um 3 Uhr morgens aufstehen, um einer der ersten zu sein, die die Wohnung betreten. Dabei bekommt man Nummern, die angeben, der wievielte Interessent man ist. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Bei lukrativen Estate Sales kommt es nicht selten vor, dass in den letzten Minuten vor dem Anpfiff die Reifen quietschen und gr&#246;&#223;ere H&#228;ndler dazusto&#223;en, die dem ersten in der Schlange 50 oder 100 Dollar in die Hand dr&#252;cken, um seinen Platz zu bekommen. Wenn sich dann die Pforten &#246;ffnen, kleben sie wie wild geworden Sticker an die Gegenst&#228;nde ihrer Wahl. Das sind jedoch noch die harmloseren Methoden, denn unlauterer Wettbewerb bl&#252;ht in den kritischen Zeiten ebenso auf. Sehr bekannt f&#252;r seine Radikalit&#228;t ist ein H&#228;ndler, der es vorzieht, seine Konkurrenten wegzuschubsen oder deren Sticker von Dingen zu entfernen, mit denen er daraufhin zum Bezahlen geht. Oder aber er bringt seine Mutter mit, die sich hinter ihm in der Schlange einreiht. W&#228;hrend er schleunigst die Wohnung betritt, hat seine Mutter eine gro&#223;e Tasche auf dem R&#252;cken und imitiert, dass sie aufgrund ihres Alters kaum vorw&#228;rts kommt, um die Menschen hinter ihr zu blockieren. Andere warten bis zum Schluss mit ihren gesammelten Gegenst&#228;nden, um dann angesichts der Tatsache, dass niemand mehr da ist, weitaus g&#252;nstigere Preise zu diktieren. Letztlich ist nat&#252;rlich auch Diebstahl nicht selten.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Nichtsdestotrotz ist es eine sehr interessante Erfahrung, die ich hier in New York f&#252;r mich entdeckt habe. Ich w&#252;nsche dennoch niemandem, dass fremde Menschen einmal wie w&#252;tige Aasgeier auf das &#214;ffnen der einstmals eigenen T&#252;r warten werden.</span></p>
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