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	<title>Alexander Röstel, Berlin &#187; Persönlich</title>
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	<description>ALEXANDER RÖSTEL – Homepage, Fotografie, Textoptimierung.</description>
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		<title>From United States to United Kingdom</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 12:24:01 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[W&#228;hrend ich derzeit an einem gro&#223;en Artikel zu New York schreibe, hat es mich schon nach Gro&#223;britannien verschlagen. Bis zum Ende des Jahres werde ich in Cambridge studieren. F&#252;r diesen Zweck m&#246;chte ich meine Kontaktdaten hinterlegen.
c/o Kate Agazarian
12 Aberdeen Avenue
CB2 8DP Cambridge
United Kingdom
Eine aktuelle Telefonnummer wird noch nachgereicht.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>W&#228;hrend ich derzeit an einem gro&#223;en Artikel zu New York schreibe, hat es mich schon nach Gro&#223;britannien verschlagen. Bis zum Ende des Jahres werde ich in Cambridge studieren. F&#252;r diesen Zweck m&#246;chte ich meine Kontaktdaten hinterlegen.</p>
<p>c/o Kate Agazarian<br />
12 Aberdeen Avenue<br />
CB2 8DP Cambridge<br />
United Kingdom</p>
<p>Eine aktuelle Telefonnummer wird noch nachgereicht.</p>
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		<title>America XXL</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 20:56:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8220;New York, das ist nicht Amerika!&#8221; Was anfangs wie eine nicht wirklich ernst gemeinte Behauptung klingt, erf&#228;hrt seine traurige Rechtfertigung beim Blick durch die St&#228;dte und Gemeinden au&#223;erhalb der Metropole.
Ich befinde mich im gr&#252;nen Naturparadies Pennsylvania, nahe des Susquehanna Rivers, der sich malerisch in der Abendsonne wiegt. Ich freue mich auf eine Mahlzeit, da mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;New York, das ist nicht Amerika!&#8221; Was anfangs wie eine nicht wirklich ernst gemeinte Behauptung klingt, erf&#228;hrt seine traurige Rechtfertigung beim Blick durch die St&#228;dte und Gemeinden au&#223;erhalb der Metropole.<br />
Ich befinde mich im gr&#252;nen Naturparadies Pennsylvania, nahe des Susquehanna Rivers, der sich malerisch in der Abendsonne wiegt. Ich freue mich auf eine Mahlzeit, da mir die vielen typischen amerikanischen Bauernh&#246;fe mit ihren Ford Trackern, Zylindersilos mit Halbkugelkappe und h&#246;lzernen Getreidespeichern Appetit gemacht haben. Ein gutes St&#252;ck Steak w&#228;re jetzt genau das Richtige. Schon ist die Ausfahrt in eine angrenzende Kleinstadt genommen.</p>
<p>Und tat&#228;chlich fast wie auf Abruf gewinnt ein &#252;berdimensionales Plakat, das viele weitere &#252;berragt, meine ungeteilte Aufmerksamkeit; darauf ein saftiges, durchgebratenes St&#252;ck Fleisch in voller Sch&#246;nheit. Das ist Friendly, wie der gro&#223;e rote Schriftzug verr&#228;t, dem ich absolut zustimme. Somit f&#228;llt meine Wahl nat&#252;rlich auf dieses Restaurant und nicht auf McDonalds, das sich gegen&#252;ber befindet. Eine Stra&#223;e weiter l&#228;dt Burger King zum Abendessen, in direkter Nachbarschaft zur mexikanischen K&#252;che von Taco Bell. Auch Wendy&#8217;s lockt auf einer nahegelegenen Anh&#246;he mit seinen K&#246;stlichkeiten. Arby&#8217;s rundet schlie&#223;lich die kulinarische Vielfalt ab.</p>
<p>Indes begr&#252;&#223;t mich &#8211; ganz au&#223;er Atem &#8211; die kugelige, sympathische Wirtin des Hauses und weist mir einen lauschigen Platz am Fenster zu. Von dort verschnaufe auch ich und sehe dabei der Familie am Nachbartisch bei der Mast zu. Die in Relation zur K&#246;rpermasse klein wirkenden K&#246;pfe der J&#252;ngsten kann ich hinter den Cola-Eimern nicht erkennen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich diese aus Gr&#252;nden der Schwerkraft bei der Nahrungsaufnahme nur knapp &#252;ber den Tellern befinden. Ihre Wahl ist offensichtlich auf ein umfangreiches Burger-Men&#252; gefallem, zu welchem traditionell ein Trog mit frittierten Kartoffelscheiben gereicht wird. Die Mutter der beiden, die weiteren Nachwuchs in Br&#252;sten, Beinen und Bauch zu tragen scheint, ertr&#228;nkt die Beilage derweil liebevoll in Ketchup aus dem Hause Heinz.</p>
<p>Inzwischen halte ich die Speisekarte in den H&#228;nden. Man k&#246;nnte annehmen, dass diese tats&#228;chlich zum Speisen genutzt wird. Fettig sind aber auch die zur Auswahl stehenden Gerichte. Preisleistungssieger sind Men&#252;s. $10 f&#252;r eine festgelegte Mahlzeit mit Getr&#228;nk und Dessert. Die illustre Runde zu meiner rechten kombiniert daraus flei&#223;ig, freudig und vor allem g&#252;nstig. Denn sie wissen: kleine Einheiten sind teuer, aber gro&#223;e Einheiten sich nicht viel teurer, was dazu verleitet, riesige Portionen zu bestellen. Mit anderen Worten: die Zunahme des Preises bei steigenden Volumina ist marginal. W&#252;rde man dieser Disproportion folgen, w&#228;re es rentabel, einen Swimming-Pool gef&#252;llt mit Starbucks-Kaffee aufzukaufen und anschlie&#223;end daraus Tassen abzuf&#252;llen, die man f&#252;r einen Handkuss verkauft. Der typische Kaffeekonsument mang nun weniger an profitablem Weiterverkauf interessiert sein. Doch wo nur eine M&#252;nze zwischen Schale und Sch&#252;ssel liegt, wird zumindest sein Hang zum &#220;berkonsum angereizt.</p>
<p>Das Ergebnis l&#228;sst sich eindrucksvoll am besagten Nachbartisch bewundern. Fast Food dr&#252;ckt dort offenbar nicht die Dauer der Zubereitung , sondern eindeutig die Verzehrgeschwindigkeit aus. W&#228;hrenddessen wird damit geworben, dass ein einziger Shake acht Kugeln Eis enthalte und br&#252;stet sich mit immer kalorienreicheren Fleischbergen, als herrsche historische Nahrungsmittelknappheit, der es opportunistisch entgegenzutreten gilt. Ehrfurchtsvoll werden menschliche Maschinen gepriesen, denen es gelingt, die meisten Pizzen innerhalb einer vorgegeben Zeit zu verschlingen. Nur schnell muss es gehen, das ist der Gedanke sowohl bei Konsument, als auch bei Produzent.<br />
W&#228;hrend ich auf meinen Gartensalat warte &#8211; der Bratfettgeruch hat mir den Appetit ein wenig reduziert &#8211; denke ich an zukunftstr&#228;chtige Superm&#228;rkte, in die man mit dem Auto fahren kann und Lebensmittelvorr&#228;te via Knopfdruck automatisch in den Kofferraum bef&#246;rdert bekommt. Das w&#252;rde das l&#228;stige Herumtragen und -schieben von Eink&#228;ufen enorm erleichtern. Oder aber ein neuartiger Hackw&#252;rfel, der alle Fette, Eiwei&#223;e und Kohlenhydrate im &#220;berfluss enth&#228;lt, sofort s&#228;ttigt und der ganz nach Belieben in der Mikrowelle aufgew&#228;rmt werden kann. Au&#223;erdem enthielte er eine Vielfalt an Pr&#228;paraten, die den Cholesterin-Haushalt nicht aus dem Ruder laufen lassen, die Folgen von Diabetis im Rahmen halten und &#220;bergewicht bek&#228;mpfen.</p>
<p>Die Gespr&#228;che, die ich einfangen kann &#8211; bei vollem Mund spricht es sich bekanntlich schlecht &#8211; drehen sich gr&#246;&#223;tenteils ums Essen, nat&#252;rlich nicht um die Folgen desselben und schon gar nicht um die Ursachen. Diesen geht Elizabeth Kolbert in einem im Juli 2009 erschienenen Artikel im New Yorker nach und stellt provokant die Frage &#8220;Why are we so fat?&#8221; Unter Berufung auf die National Health Studies skizziert sie die drastischen Ausma&#223;e der amerikanischen Fettleibigkeit. Dabei macht sie deutlich, dass die menschliche Evolution zweifelsfrei Auswirkungen auf unser Essverhalten hat, doch gen&#252;gen diese Ans&#228;tze bei weitem nicht, um zu erkl&#228;ren, dass allein in den zur&#252;ckliegenden zehn Jahren kollektiv mehr als eine Milliarde Pfund an Gewicht zugelegt wurde. Vielmehr geht Kolbert auf die Strategien der Konzerne ein, die festgestellt haben, dass gr&#246;&#223;ere Einheiten den Umsatz ankurbeln. Somit kommt auch sie zum Schlussurteil: &#8220;Human appetite is elastic: give us more and we&#8217;ll eat more&#8221;.</p>
<p>Inzwischen bin ich wieder zur&#252;ck in New York. Auch hier ist &#220;bergewicht ein heikles Thema, doch verglichen mit pennsylvanianischen Autobahnrastpl&#228;tzen (Gibt es eigentlich eine Korrelation zwischen Bildungsgrad und Ern&#228;hrungsbewusstsein?) habe ich ein insgesamt schlankeres Bild. Hier sind viele Menschen unglaublich engagiert, etwas f&#252;r ihre Gesundheit zu tun: Fitnessstudios sind bis aufs letzte Laufrad besetzt, der Central Park ist am Wochenende fest in der Hand von Sportbegeisterten, Vitamin- und Biol&#228;den schie&#223;en wie Pilze aus dem Boden. Ist das die radikale Reaktion auf die Ergebnisse der zuvor erw&#228;hnten Studien? Oder vielleicht nur ein tempor&#228;rer Boom? Ich pers&#246;nlich kann besser damit leben, wenn sich das Bewusstsein und damit die Umsatzverteilung eher zugunsten von gesunden Supermarkt- als Junkfoodketten auswirkt. In New York denke ich dabei vor allem an Wholefoods, Zabar&#8217;s, Westside Market oder Fairway, die mit einer immensen Auswahl an wahren K&#246;stlichkeiten (d.h. weniger auf einer perfekt vermarkteten Kombination aus Salz, Fett und Zucker beruhend) den Gaumen verw&#246;hnen; wissend, dass Sattwerden wom&#246;glich dort teurer ist als bei McDonald&#8217;s. Auf lange Sicht hingegen &#8211; allein unter Ber&#252;cksichtigung der Belastungen von Krankenkassen f&#252;r die Behandlung von Diabetes &#8211; mag die Rechnung nun jedoch wieder die Obsttheke bevorzugen.</p>
<p>Abschlie&#223;end bleibt zu hoffen, dass das Modell einer Krankenversicherung f&#252;r alle, das Barack Obama derzeit vorantreibt, auch das Bewusstsein f&#246;rdert, dass nichts wichtiger ist als die eigene Gesundheit. Nun hat nicht jeder Amerikaner solch einen Appetit auf Burger wie Morgan Spurlock in seinem 2004 erschienenen Dokumentarfilm &#8220;Super Size Me&#8221;, doch alarmierend sollte sein Beispiel dennoch sein, da es zeigt, was man sich mit dem scheinbaren und schnellen Genuss eigentlich antut &#8211; wie so oft im Leben.</p>
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		<title>Columbia University</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 17:51:33 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Meine Zukunftsvorstellungen drehen sich momentan um eine Entscheidungsfrage: direktes Masterstudium oder weitere Praxiserfahrungen? Nun sitze bei sommerlich-schw&#252;lem New Yorker Klima auf den Treppen der Columbia University und sehe meine Entscheidung deutlich zugunsten einer der beiden M&#246;glichkeiten beeinflusst. Es weckt Sehnsucht, wenn man sich in die Morningside Heights begibt und von jenem monumentalen klassizistischen Geb&#228;udekomplex umgeben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Zukunftsvorstellungen drehen sich momentan um eine Entscheidungsfrage: direktes Masterstudium oder weitere Praxiserfahrungen? Nun sitze bei sommerlich-schw&#252;lem New Yorker Klima auf den Treppen der Columbia University und sehe meine Entscheidung deutlich zugunsten einer der beiden M&#246;glichkeiten beeinflusst. Es weckt Sehnsucht, wenn man sich in die Morningside Heights begibt und von jenem monumentalen klassizistischen Geb&#228;udekomplex umgeben ist, der Pulitzer- und Nobelpreistr&#228;ger in der Vergangenheit f&#246;rmlich produziert hat. Mein Blick f&#228;llt auf die vielen Studenten, die sich in deren Fu&#223;stapfen begeben m&#246;chten und eilig zur Vorlesung rennen oder gerade ihr Mittagessen (d.h. Starbucks Iced Coffee und Bagel) verspeisen. Nicht zuletzt auch das entfacht Wunsch und Antrieb, selbst die Beine in die Hand zu nehmen, um daf&#252;r zu sorgen, hier auch einestages &#252;ber den Campus zu wandern; dann jedoch nicht als Au&#223;enstehender, sondern als Student oder Alumnus.</p>
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		<title>Independence Day</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 16:49:10 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit diesem Artikel m&#246;chte ich nicht etwa einen zweitklassigen Film besprechen, sondern vielmehr von den Erlebnissen rund um den Nationalfeiertag in den Vereinigten Staaten berichten. July 4th, das ist hierzulande wohl fast schon eine heilige Formel. So heilig, dass der Tag vor dem 4. Juli inzwischen auch schon zum landesweiten Feiertag erkl&#228;rt worden ist. Angesichts von nur 15 Tagen gesetzlicher Regelurlaubszeit mag es demnach kaum verwundern, dass die Amerikaner einen zus&#228;tzlichen Anlass f&#252;r ein enthusiastisches Fest mitten im Hochsommer sehen. Der Unabh&#228;ngigkeitstag, der der Unterzeichnung der Unabh&#228;ngigkeitserkl&#228;rung im Jahr 1776 gedenkt, wird heutzutage jedoch vielmehr mit Baseball-Matches, Konzerten und Feuerwerk in Verbindung gebracht als mit der W&#252;rdigung des zugrundeliegenden historischen Ereignisses.</p>
<p>Ich habe den Tag in New York verbracht und wurde Zeuge eines gigantischen Feuerwerks entlang des Hudson Rivers, das freundlicherweise vom Einzelhandelskonzern Macy&#8217;s gesponsert wurde. Thomas Jefferson w&#228;re bei diesem fast halbst&#252;ndigen Spektakel aus Formen und Farben sicher erfreut gewesen, wenn er Zeuge dessen geworden w&#228;re. Am Abend des 4. Julis 2009 waren es hingegen mehr als eine Million Zuschauer, die sich am Ufer der New Yorker Westside versammelten und nocheinmal gef&#252;hlt mindestens genauso viele Polizisten. Sie alle dr&#228;ngten sich durch die Stra&#223;en zwischen der 20th und 60th, so dass es nicht gerade angenehm war, aus n&#228;chster N&#228;he mit dabei zu sein. Die daf&#252;r durch Sterne und Streifen induzierte Hochstimmung &#252;berdeckt solche Gedanken aber schnell wieder.</p>
<p>Dennoch bleibt zu kl&#228;ren ob es denn wirklich &#8211; mehr als 200 Jahre nachdem die Tinte der Gr&#252;nderv&#228;ter der amerikanischen Nation getrocknet ist &#8211; &#8220;self-evident&#8221; [ist], &#8220;that all men are created equal&#8221;.</p>
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		<title>Central Park</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 15:40:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Er ist Gegenstand zahlreicher Legenden, Tatort zahlreicher Verbrechen und zugleich Zufluchtsort zahlreicher New Yorker: der Central Park, gr&#252;ner Korridor im Herzen Manhattans. Er wurde vor 150 Jahren er&#246;ffnet, nachdem sich Frederick Law Olmsted und Calvert Vaux nicht wenig Gedanken gemacht haben, wie man das ehemalige Sumpfgebiet in ein Erholungsgebiet verwandeln k&#246;nnte. Bei so vielen Fehlentscheidungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er ist Gegenstand zahlreicher Legenden, Tatort zahlreicher Verbrechen und zugleich Zufluchtsort zahlreicher New Yorker: der Central Park, gr&#252;ner Korridor im Herzen Manhattans. Er wurde vor 150 Jahren er&#246;ffnet, nachdem sich Frederick Law Olmsted und Calvert Vaux nicht wenig Gedanken gemacht haben, wie man das ehemalige Sumpfgebiet in ein Erholungsgebiet verwandeln k&#246;nnte. Bei so vielen Fehlentscheidungen zur Bebauung der Stadtfl&#228;che, muss man die Entscheidung der New Yorker B&#252;rger und B&#252;rgermeister deutlich honorieren. Immerhin haben sie kostbare 5% ihres Platzes hergegeben, um von der 59th bis zur 110th ein 3,4 km² gro&#223;es Areal zu gew&#228;hrleisten. Nach Vorbild der europ&#228;ischen Gartenarchitektur wurden &#252;ber 500.000 B&#228;ume und Str&#228;ucher gepflanzt; es entstanden k&#252;nstliche Seen, Sport- und Spielpl&#228;tze, Restaurants, Fu&#223;wege, Statuen und kleinere Monumente. Heutzutage ist das pittoreske Idyll nicht mehr wegzudenken, auch wenn &#8211; oder gerade weil &#8211; die umliegenden Geb&#228;ude immer h&#246;her hinauswachsen. Gerade im Sommer ist es sehr angenehm, wenn man dem aufgeheizten Beton und Stahl der Avenues, dem dauerhaften Verkehrsl&#228;rm und dem ungeheuren Takt, den die Stadt vorgibt, ein wenig entfliehen kann, um die Gedanken bei einem Buch und Sonnenstrahlen schweifen zu lassen.</p>
<p>Praktischerweise flankiert die 5th Avenue die gesamte Ostseite des Parks, so dass der Ausgang bei mir durchaus nicht selten eines der angrenzenden Museen ist. So gehe ich sehr gern am Sonntag in den Nachmittagsstunden ins Metropolitain Museum, um Teile der unglaublichen Sammlung auf mich wirken zu lassen. Zweifelsfrei werde ich diesem Museum demn&#228;chst einen eigenen Artikel widmen. Meine Heimat-Subway verkehrt auf den Linien 1, 2 und 3, so dass ich nach dem Museum immer den Park durchqueren muss, was ich gern &#252;ber Umwege in Kauf nehme. Es mag an meinem nicht &#252;berm&#228;&#223;ig stark ausgepr&#228;gten Orientierungssinn liegen, doch tr&#228;gt sicher auch die schiere Gr&#246;&#223;e der &#8220;gr&#252;nen Lunge&#8221; des Big Apples dazu bei, dass ich jedes Mal andere Sehensw&#252;rdigkeiten passiere, wenn ich diesen Spaziergang antrete. Mir soll es recht sein, schlie&#223;lich lasse ich mich gern von dem Gef&#252;hl tragen, das mich umgibt, wenn ich das Geschehen beobachte.</p>
<p>Das schlie&#223;t so manches Softball-, Baseball- oder Lacrosse Match ein. Es soll jedoch nicht der Eindruck entstehen, ich w&#252;rde mich zu genau damit auskennen. Einige Spielz&#252;ge haben sich mir daf&#252;r inzwischen erschlossen und so macht es mittlerweile Spa&#223;, die unterschiedlichen gegeneinander antretenden Teams zu beobachten, die meiner Meinung nach auf gar keinem so amateurhaften Niveau spielen. Die meisten Mannschaften haben professionelle Trikots, entsprechende Ausr&#252;stung und sogar schon eine eigene Fangemeinde, die einen guten Schlag entsprechend honorieren. Ich denke an amerikanische Hollywood-Filme. Auch macht es Spa&#223;, die vielen Familien zu beobachten, die das Wochenende nutzen, um sich auf die Wiese zu legen oder Boot zu fahren. Nicht selten sieht man V&#228;ter, die ihren kleinen S&#246;hnen beibringen, wie man einen Baseballschl&#228;ger professionell zu schwingen hat. Ich denke wieder an amerikanische Hollywood-Filme. Unn&#246;tig zu erw&#228;hnen, woran ich denke, wenn ich die ausgezehrten Jogger sehe, die mit ihren iPods und Innenohrkopfh&#246;rern ausgestattet ihre Runden drehen oder ein paar Meter weiter die Generation &#8220;Super Size Me&#8221;, die Rast am Hotdog-Stand eingelegt hat.</p>
<p>Ist der Central Park also typisch amerikanisch? Zumindest gelingt es ihm, alle New Yorker zu vereinen. Vom Bettler bis zum Businessman, von schwarz bis wei&#223;, von Vitaminpr&#228;parat bis Big Mac. Vielleicht erkl&#228;rt das auch die vielen Liebeserkl&#228;rungen seiner Besucher oder die dutzenden liebkosenden New York Times Artikel oder die liebevoll-akribischen Gr&#252;nanlagenpfleger.<br />
Ich kann mich dem Eindruck nicht entziehen, es l&#228;ge ein sch&#252;tzender Glasdeckel auf dem gr&#252;nen Schmelztiegel.</p>
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		<title>Philadelphia</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 19:54:18 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Reise durch die Vereinigten Staaten &#8211; und nicht durchs Frischk&#228;seregal &#8211; geht weiter. N&#228;chster Halt: Philadelphia, Wiege der amerikanischen Nation.</p>
<p><a title="Philadelphia" href="http://www.alexikon.net/alexander-roestel/fotograf/philadelphia" target="_blank"><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.alexikon.net/wp-content/gallery/alexikon_net/philly/img_9502.jpg" alt="img_9502.jpg" /></a></p>
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		<title>Metropolitain Opera</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 19:22:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Abende in der Metropolitain Opera geh&#246;ren eindeutig zu den H&#246;hepunkten meines Aufenthalts in New York City. Am 9. Mai &#8211; kurz nach dem Verklingen der Ring-Tetralogie &#8211; zieht das American Ballet Theatre (ABT) in die heiligen Hallen des Hauses ein.  Es ist Ballettsaison.
Tanzend gehe ich auch fast schon aus Vorfreude auf die Weltpremiere von Prokofjews [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Abende in der Metropolitain Opera geh&#246;ren eindeutig zu den H&#246;hepunkten meines Aufenthalts in New York City. Am 9. Mai &#8211; kurz nach dem Verklingen der Ring-Tetralogie &#8211; zieht das American Ballet Theatre (ABT) in die heiligen Hallen des Hauses ein.  Es ist Ballettsaison.</p>
<p>Tanzend gehe ich auch fast schon aus Vorfreude auf die Weltpremiere von Prokofjews &#8220;On the Dnieper&#8221;, in einer Inszenierung von Alexei Radmansky. Vom Bolschoi an die Met gekommen, ist der geb&#252;rtige Ukrainer f&#252;r lebhafte, moderne Ausdrucksformen bekannt und schon l&#228;ngst ein Star in der Szene.</p>
<p>Die Subway stoppt in der 66th Street. Wenige Sekunden sp&#228;ter stehe ich im Lincoln Center und bin ergriffen vom &#252;bergro&#223;en kristallenen Leuchter, der von Hans Harald Rath in Kooperation mit Swarovski speziell f&#252;r die Metropolitain Opera entworfen wurde. In Form von Sternenexplosionen reicht dieser von der Decke bis ins Erdgeschoss, wo er von den geschwungenen Treppen umrahmt wird. Sp&#228;testens beim Blick auf den weichen roten Samtteppich und die vergoldeten W&#228;nde wei&#223; man, in was f&#252;r einem besonderen Hause man sich befindet. Das 3800 Pl&#228;tze und 6 Etagen umfassende Geb&#228;ude wurde Anfang der 60er Jahre von Wallace K. Harrison entworfen und ersetzte den Vorg&#228;ngerbau am Broadway.</p>
<p>Viele Details beeindrucken: der pr&#228;chtige Vorhang, die elegant in die W&#228;nde eingelassene Wasserversorgung, der elektronische Libretto-Service f&#252;r jeden Platz und nicht zuletzt nat&#252;rlich auch die edle Garderobe derer, die ebenfalls Zeuge der Prokofjev-Zusammenstellung werden wollen.</p>
<p>Radmansky l&#246;st ein, was er verspricht und zeigt eine sehr moderne Inszenierung. Ungew&#246;hnliche, nicht selten sogar &#228;u&#223;erst komplizierte Figuren bestimmen das Bild und heben die Spannung, trotz einer recht trivialen Liebesgeschichte, die den Inhalt zu &#8220;Am Dnjepr&#8221; bildet. Besonders die Hebefiguren erregen Erstaunen. Nur das B&#252;hnenbild langeweilt, da man einmal mehr einen urklassischen Weg gew&#228;hlt hat, anstatt angesichts dissonanter Kl&#228;nge eine mutige Ummalung zu nutzen.</p>
<p>Bei &#8220;L&#8217;enfant prodigue&#8221; in einer Inszenierung von George Balanchine und &#8220;Le Désir&#8221;, eine Walzerzusammenstellung, hat man es besser gemacht und so wirkten die Pas de Deux&#8217;s auch eindrucksvoller.<br />
&#8220;Eindrucksvoll&#8221; ist auch mein Res&#252;mé zur Metropolitain Opera.</p>
<p><a title="New York" href="http://www.alexikon.net/alexander-roestel/fotograf/new-york" target="_blank"><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.alexikon.net/wp-content/gallery/alexikon_net/new-york/img_8231.jpg" alt="img_8231.jpg" /></a></p>
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		<title>Estate Sales</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2009 15:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit &#252;ber einem Jahr beherrschen Kreditblasen, Rezessions&#228;ngste und Kapitalismuskritik die Schlagzeilen. Hier, im Mutterland allen genannten &#220;bels, sind die Auswirkungen auf Privathaushalte auch am deutlichsten sp&#252;rbar. Besonders in den wohlhabenden Vierteln Upstates (so nennt man die Metropolregion New Yorks) rechnet der Immobilien-Sensenmann flei&#223;ig die Verspekulationen seiner Opfer ab. 
W&#228;hrend die Krise die Wirtschaft gerodet hat, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span lang="DE">Seit &#252;ber einem Jahr beherrschen Kreditblasen, Rezessions&#228;ngste und Kapitalismuskritik die Schlagzeilen. Hier, im Mutterland allen genannten &#220;bels, sind die Auswirkungen auf Privathaushalte auch am deutlichsten sp&#252;rbar. Besonders in den wohlhabenden Vierteln Upstates (so nennt man die Metropolregion New Yorks) rechnet der Immobilien-Sensenmann flei&#223;ig die Verspekulationen seiner Opfer ab. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">W&#228;hrend die Krise die Wirtschaft gerodet hat, hat sie jedoch auch neue Setzlinge gepflanzt. So verzeichnen Kunst- und Antiquit&#228;tenh&#228;ndler derzeit ein bl&#252;hendes Gewerbe. Sie folgen dem Sensenmann auf Schritt und Tritt und helfen ihm beim Ausr&#228;umen, um anschlie&#223;end an diejenigen weiterzuverkaufen, deren finanzielle R&#252;cklagen nicht entschwunden sind. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">An den Wochenenden hei&#223;t es nun also fr&#252;h aufstehen und auf nach Westchester. Die gesamte Einrichtung von Knopf bis Couch kommt unter den Hammer. Estate Sale nennt man diese Aktion. Dabei kann man echte Schn&#228;ppchen machen, wenn Leute nicht wissen, was genau sie eigentlich verkaufen. Darum &#252;bernehmen meist spezialisierte Makler solche Ausverk&#228;ufe. Selbstredend, dass auch sie zu den eindeutigen Gewinnern der Krise geh&#246;ren. Der Andrang auf derartige Gelegenheiten ist trotz der Vielzahl an selbigen immens. Extra f&#252;r diesen Zweck eingerichtete Internetseiten verk&#252;nden rechtzeitig, wo es was zu holen gibt. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Drei Stunden vor dem angesetzten Beginn findet man sich dann meist in einer langen Schlange ungeduldiger Menschen wieder; so auch am Samstag. Ungew&#246;hnlicherweise fand der Estate Sale diesmal mitten in Manhattan statt. Ausger&#228;umt wurde ein 6-Zimmer-Penthouse mit Direktblick aufs Chrysler Building, unweit vom MoMA. Das Ehepaar, das es bewohnte, hatte es in den 60er Jahren, als das Geb&#228;ude gebaut wurde, erstanden. Ein Blick durch das Labyrinth von Zimmern und Dachterrassen l&#228;sst keinen Zweifel, dass es sich um sehr gut situierte Leute gehandelt haben musste. Die Besitzerin besa&#223; drei riesige begehbare Kleiderschr&#228;nke sowie ein komplettes Kleiderzimmer, gef&#252;llt mit feinster Garderobe von vier zur&#252;ckliegenden Jahrzehnten. Die Etiketten lesen sich wie das „Who-is-who“ der Designer. Hauptattraktion eines Kleiderschranks war wohl der schneewei&#223;e, volumin&#246;se Lagerfeld-Pelzmantel mitsamt Schuhen, Handtasche, Muff und Schuhen. Einige der Frauen, die ich traf, haben einen Garderobenhandel. Andere interessieren sich wiederum nur f&#252;r Geschirr. Ich selbst konzentrierte mich auf Kunstgegenst&#228;nde, B&#252;cher und M&#246;bel, wurde jedoch nur teilweise f&#252;ndig.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><a title="Estate Sales" href="http://www.alexikon.net/alexander-roestel/fotograf/estate-sales" target="_blank"><img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://www.alexikon.net/wp-content/gallery/alexikon_net/estate-sales/truhe-rueckseite.jpg" alt="truhe-rueckseite.jpg" width="233" height="350" /></a><br />
</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><br />
In einer kleinen Truhe fand ich ein K&#228;rtchen, das den Finder im Falle des Verlusts eines St&#252;ckes bittet, es an den Besitzer &#8211; in diesem Fall Lidia Sava Callvert und Luminitza Sava &#8211; zur&#252;ckzugeben. Es ist ein seltsames Gef&#252;hl, durch die Wohnung dieser Menschen zu gehen, die, wie ich herausbekam, durch die Madoff-Pleite einen gro&#223;en Teil ihres Verm&#246;gens verloren haben. Es erinnert mich an eine Szene aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“, in der Amélie eine Blechschachtel findet, in der ein kleiner Junge f&#252;r ihn wertvolle Dinge aufbewahrte. Dieser ist inzwischen 50 Jahre gealtert und wird durch Amélie in seine Kindheit zur&#252;ckversetzt. W&#228;hrend ich B&#252;cherwidmungen lese, Schr&#228;nke &#246;ffne und Zimmer betrete, die so aussehen, als w&#228;re Familie Sava Callvert nur eben kurz zum Einkaufen gefahren, habe ich ein &#228;hnliches Gef&#252;hl. Ich lerne eine Familie kennen, ohne sie kennengelernt zu haben und erfahre indirekt viel &#252;ber ihren Lebensalltag, ihre Interessen und ihre Angewohnheiten. Es ist offensichtlich, wen sie &#252;ber die Jahre gew&#228;hlt haben, wo man sich zur&#252;ckgezogen hat, wenn man seine Ruhe haben wollte, welche Kunstrichtung ihnen gefallen hat, wie ihre Freunde sie genannt haben; selbst, wo sie miteinander geschlafen haben. Ich werde ebenso ungewollt in ihre Vergangenheit gesto&#223;en und lerne im Vorbeigehen sehr viel &#252;ber die amerikanische Kultur. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Letztlich habe ich einige Dinge gekauft, die ich versuche, weiterzuverkaufen. Dieses Ziel vereint den Gro&#223;teil derer, die an Freitagen und Samstagen um 3 Uhr morgens aufstehen, um einer der ersten zu sein, die die Wohnung betreten. Dabei bekommt man Nummern, die angeben, der wievielte Interessent man ist. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Bei lukrativen Estate Sales kommt es nicht selten vor, dass in den letzten Minuten vor dem Anpfiff die Reifen quietschen und gr&#246;&#223;ere H&#228;ndler dazusto&#223;en, die dem ersten in der Schlange 50 oder 100 Dollar in die Hand dr&#252;cken, um seinen Platz zu bekommen. Wenn sich dann die Pforten &#246;ffnen, kleben sie wie wild geworden Sticker an die Gegenst&#228;nde ihrer Wahl. Das sind jedoch noch die harmloseren Methoden, denn unlauterer Wettbewerb bl&#252;ht in den kritischen Zeiten ebenso auf. Sehr bekannt f&#252;r seine Radikalit&#228;t ist ein H&#228;ndler, der es vorzieht, seine Konkurrenten wegzuschubsen oder deren Sticker von Dingen zu entfernen, mit denen er daraufhin zum Bezahlen geht. Oder aber er bringt seine Mutter mit, die sich hinter ihm in der Schlange einreiht. W&#228;hrend er schleunigst die Wohnung betritt, hat seine Mutter eine gro&#223;e Tasche auf dem R&#252;cken und imitiert, dass sie aufgrund ihres Alters kaum vorw&#228;rts kommt, um die Menschen hinter ihr zu blockieren. Andere warten bis zum Schluss mit ihren gesammelten Gegenst&#228;nden, um dann angesichts der Tatsache, dass niemand mehr da ist, weitaus g&#252;nstigere Preise zu diktieren. Letztlich ist nat&#252;rlich auch Diebstahl nicht selten.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Nichtsdestotrotz ist es eine sehr interessante Erfahrung, die ich hier in New York f&#252;r mich entdeckt habe. Ich w&#252;nsche dennoch niemandem, dass fremde Menschen einmal wie w&#252;tige Aasgeier auf das &#214;ffnen der einstmals eigenen T&#252;r warten werden.</span></p>
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		<title>Gedenken</title>
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		<pubDate>Fri, 22 May 2009 18:36:10 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zun&#228;chst m&#246;chte ich meiner Bundesrepublik ganz herzlich zum Geburtstag gratulieren. 60 Jahre &#8211; das ist ein stolzes Alter, bedenkt man die Nachkriegswirren, die Teilung und Wiedervereinigung des Landes sowie die globalen und internationalen Herausforderungen. Geboren als Kind von Uncle Sam und Marianne in Union-Jack-Windeln, wie es Guido Knopp, Allzweckhistoriker des ZDF liebevoll flankierte, hat die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zun&#228;chst m&#246;chte ich meiner Bundesrepublik ganz herzlich zum Geburtstag gratulieren. 60 Jahre &#8211; das ist ein stolzes Alter, bedenkt man die Nachkriegswirren, die Teilung und Wiedervereinigung des Landes sowie die globalen und internationalen Herausforderungen. Geboren als Kind von Uncle Sam und Marianne in Union-Jack-Windeln, wie es Guido Knopp, Allzweckhistoriker des ZDF liebevoll flankierte, hat die Republik bis zum heutigen Tag wahrlich einigen Belastungsproben standgehalten. Wie j&#252;ngst enth&#252;llt, sogar dem <a title="Spiegel Online" href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4181/ein_schuss_der_deutschland_veraendert.html" target="_blank">Stasi-Massaker</a> des Karl-Heinz Kurras&#8217; auf Benno Ohnesorg , das der 68er-Bewegung den Z&#252;ndfunken gab. Es gibt Gr&#252;nde genug, angesichts dieses Jubil&#228;ums stolz auf unsere Nation sein zu k&#246;nnen, allen voran das Grundgesetz.</p>
<p>In den Vereinigten Staaten gedenkt man dieser Tage ebenfalls; hier jedoch den f&#252;r das Vaterland gefallenen Soldaten, von denen es bedauerlicherweise seit George W. ein paar mehr gibt. Der Memorial Day f&#228;llt seit 1868 auf den letzten Montag im Mai und so ergeben sich verl&#228;ngerte Wochenenden, die von den Amerikanern meistens f&#252;r Ausfl&#252;ge und Familienbesuche genutzt werden. Bereits Freitagnachmittag gleichen New Yorker B&#252;ros Geisterschiffen. Leider hat sich die Sonne von Montag bis heute aufgezehrt, daf&#252;r werden Sturm und Regen angek&#252;ndigt.</p>
<p>Mein erstes Bad im Pazifik muss somit wohl noch etwas warten. Stattdessen werde ich das American Museum of Natural History besichtigen. (Jedoch nicht nachts, wie Ben Stiller). So habe ich wenigstens ein wenig maritimes Flair. Au&#223;erdem bin ich noch ein paar Fotos schuldig, die ich am Wochenende definitiv hier einbauen werde. Eins muss ich aber vorwegnehmen: so sch&#246;n diese auch sein m&#246;gen; was ich hier neben all den aufregenden Erfahrungen und bewegenden Momenten mitnehme, ist vor allem die Gewissheit, dass ich in Deutschland alt werden m&#246;chte; hoffentlich weit mehr als 60 Jahre.</p>
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		<title>Amtrak</title>
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		<pubDate>Thu, 21 May 2009 21:38:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Amtrak ist nicht etwa ein schamanischer Begriff, (jedenfalls nicht im engeren Sinne) sondern bezeichnet den Firmennamen der amerikanischen National Railroad Passenger Corporation; sozusagen die AB BAHN. Wer mal das Vergn&#252;gen und die Gelegenheit hat, wird sehr schnell Unterschiede zur DB BAHN feststellen.
Es f&#228;ngt bei den Tickets an. Wer der Meinung ist, er k&#246;nne zuz&#252;glich eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Amtrak ist nicht etwa ein schamanischer Begriff, (jedenfalls nicht im engeren Sinne) sondern bezeichnet den Firmennamen der amerikanischen National Railroad Passenger Corporation; sozusagen die AB BAHN. Wer mal das Vergn&#252;gen und die Gelegenheit hat, wird sehr schnell Unterschiede zur DB BAHN feststellen.</p>
<p>Es f&#228;ngt bei den Tickets an. Wer der Meinung ist, er k&#246;nne zuz&#252;glich eines kleinen Aufschlags, den man mit Worten wie &#8220;ooh, ich musste mich so sehr beeilen und habe es nicht mehr rechtzeitig zum Automaten geschafft&#8221; sogar noch abstreifen kann, seine Fahrkarte im Zug erwerben, der wird, noch ehe er den Zug &#252;berhaupt sieht, eines besseren belehrt. Wer Verbindungen &#252;ber Washington D.C, New York und Boston nicht wenigstens eine Woche im Voraus bucht, wird eher als verr&#252;ckt gehandelt.<br />
Ohne es zu wissen, habe ich gottseidank rechtzeitig gebucht. Ein Ticket habe ich trotzdem nicht in den H&#228;nden gehalten. Dieses gilt es an so genannten Quik-Traks abzuholen. Ist doch ganz einfach. Nach der erfolgreichen Buchung, druckt man sich eine Best&#228;tigung mit Bar-Code aus, die man am Tag der Reise zum Quik-Trak bringt, um den Bar-Code gegen Tickets einzutauschen. Diese Ger&#228;te verf&#252;gen, sofern sie keinen Randalen zum Opfer gefallen sind (New York ist ja f&#252;r seine Friedlichkeit bekannt), &#252;ber einen Scanner. Et voilà: nachdem man 10 Minuten damit verbracht hat, zu bemerken, dass ausgerechnet zwei der avisierten Quik-Traks kaputt sind (man erkennt diese an Leuten, die mit argw&#246;hnischem Blick drumherumstehen oder durch mechanische Eingriffe Funktionalit&#228;ten herauszukitzeln suchen), h&#228;lt man freudestrahlend seinen Schein in die Gl&#252;ckseligkeit in den H&#228;nden.</p>
<p>Nun hei&#223;t es warten. Wer sich damit nicht abfinden m&#246;chte, wird Bekanntschaft mit einer recht unverst&#228;ndnisvollen, &#252;bergewichtigen schwarzen Dame in dunkelblauem Kleid (Designer: Amtrak) machen, die darauf hinweist, dass man auf die Ansage h&#246;ren solle. Und tats&#228;chlich, in flie&#223;endem Nuschel-Amerikanisch, das bei der &#228;u&#223;erst geringen Anzahl an Menschen in der New Yorker Penn Station selbstverst&#228;ndlich einwandfrei vernommen werden kann, wird zum Boarding aufgerufen. Ist Amtrak nicht vielleicht doch eine Fluglinie? Innerhalb dieses kurzen &#220;berlegens wird sich ein chaotisches Gemenge zu einer exakten Linie formieren. Ich muss unweigerlich erneut ans Fliegen denken. Wer schonmal mit easyjet geflogen ist, wei&#223;, was passiert, wenn das zust&#228;ndige Bodenpersonal ansatzweise den Verdacht erweckt, zum Boarding bereit zu sein. Nun gilt es dem Bahnhofspersonal das g&#252;ltige Ticket zu zeigen. Die Dame im dunkelblauen Kleid wirkt hektisch. Ich habe versehentlich mein R&#252;ckfahrtsticket in den H&#228;nden und bin gezwungen, meine Tasche abzustellen, um das richtige herauszuholen. Die Menge hinter mir staut sich. F&#252;r niemand anderen geht es auch nur einen Zentimeter weiter. Ich werde aufgefordert an die Seite zu treten, was ich nicht geh&#246;rt habe. W&#252;tend l&#228;sst man mich mit dem korrekten Ticket passieren. Ich nehme gelassen meinen Weg durch den Tunnel. Unn&#252;tz zu erw&#228;hnen, dass man dies auch auf dem Weg zum Flugzeug machen w&#252;rde.</p>

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</a>

<p>Meine Zweifel werden beim Blick auf einen silber-blauen metallischen Hochgeschwindigkeitszug ausgel&#246;scht. Freie Platzwahl. Koffer und Taschen gilt es in so genannten Overhead Compartments zu verstauen. (Zug! Zug! Zug!) Darauf wird einen sp&#228;testens die Stewarde &#8230; &#228;&#228;h Zugbegleiterin &#8211; so hei&#223;en die ja neuerdings &#8211; aufmerksam machen. Schlie&#223;lich sind die Z&#252;ge meist hoffnungslos ausgebucht. Eine praktische Angelegenheit, denn so l&#228;sst sich rechtfertigen, dass der Preis eines Tickets von der Auslastung abh&#228;ngt. Wer am Tag der Abreise seinen Zug verpasst oder aus anderen Gr&#252;nden umbuchen muss, kann das gerne machen, sollte seinem Portmonee dann jedoch auch die L&#252;ftung gew&#228;hren. Ist das nicht beim Fliegen &#228;hnlich? Endlich alles verstaut und niedergelassen ist der Laptop schon aufgeklappt und an die Stromversorgung angeschlossen. &#8220;Stromversorgung&#8221; ist in diesem Fall ein Euphemismus. Wer seinen Akku-Sparmodus im Falle fehlender Stromversorung aktiviert hat, l&#228;uft Gefahr, aufgrund der dauernden Helligkeitsschwankungen epileptischen Anf&#228;llen zu erliegen. Vielleicht hatte ich aber auch nur Pech bei dieser Fahrt.<br />
Das Wetter war jedenfals bombastisch; nicht eine einzige Wolke am Himmel. Dennoch wollte ich den Ansagen von umgerechnet 30°C nicht glauben, da ich gerade aufgestanden war, um meinen Pullover aus dem Koffer zu holen, da ich blaue Fingern&#228;gel bekam. Die Fahrt macht Spa&#223;, vorbei an wundersch&#246;nen Landschaften, ansehnlichen St&#228;dten, dichten W&#228;ldern, einer malerischen K&#252;ste und gigantischen Kraftwerken. Man lernt, Amtrak zu lieben.</p>
<p>Wer jedoch &#8211; wie in so manchem ICE &#8211; darauf hofft, dass ein Zugbegleiter es nicht rechtzeitig schafft zur Fahrkartenkontrolle, erliegt einem Irrtum, mal ganz davon abgesehen, dass es faktisch keine Chance gibt, den Zug &#252;berhaupt nur aus der Entfernung zu sehen, ohne sich im Besitz einer g&#252;ltigen Karte zu befinden. Es mag daran liegen, dass amerikanisches Zugpersonal keine modernen Ger&#228;te mit sich herumtr&#228;gt, die einen Ticketausdruck mit Kreditkarte und Bonuspunktsammelaktion innerhalb einer Viertelstunde gew&#228;hrleisten, sondern dass sie einzig unterschiedlich farbige Streifen und einen Locher mit sich tragen. Die Streifen werden an die Overhead Compartments geheftet und signalisieren, wie viele Personen wo ein- und aussteigen. Da k&#246;nnen sich die &#8220;Ist-noch-jemand-dazugestiegen&#8221;-Propagandisten eine Streifen von abschneiden.</p>
<p>Und wenn schlie&#223;lich in gestochenem Englisch sinngem&#228;&#223; &#8220;Thank you for travelling with Amtrak&#8221; ert&#246;nt, dann war es insgesamt doch eine gute Fahrt!</p>
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