BlogOver the ocean

Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn man am Flughafen in Berlin Tegel steht und darauf wartet, von einem der großen Vögel mitgenommen zu werden. Das Ziel ist New York, die wohl aufregendste Stadt der Welt.

New York hat Magie: es ist nun schon sechs Wochen her, dass mich der besagte Vogel über dem großen Apfel abgeworfen hat und man müsste meinen, ich hätte mich daran gewöhnt, hier zu leben. Doch das stimmt so nicht ganz. Ich habe gelernt, hier zurechtzukommen, täglich meinen Weg durch das Gewirr von Menschen, Straßen und Bahnen zu finden – doch noch immer habe ich nicht begriffen, dass ich mitten in New York wohne, arbeite, und meinen Weg finde. Ich frage mich, woran das liegt und wie lange es wohl noch dauert, doch ändert es nichts am Zustand.

New York hat Magie: ich bin wahrhaftig nicht der Erste, der das feststellt, denkt man an die vielen Bücher, Lieder und Filme. Das bewahrt mich jedoch nicht davor, Gänsehaut-Anfälle zu bekommen, wenn ich mir einmal mehr vergegenwärtige, dass ich in New York bin. Weihnachten 2006 habe ich genau hier Urlaub gemacht, doch es war ein geplantes An- und Abreisen. Heute blicke ich auf nicht auf weitere vier Tage, sondern vier Monate. Ein Lebenstraum ist in Erfüllung gegangen.

New York hat Magie: ganz praktische noch dazu. Nie zuvor war ich so produktiv wie in diesen Tagen. Nicht nur, dass auf 60-h-Wochen zurückblicke, sondern vielmehr Dinge, die Ewigkeiten auf meiner imaginären ToDo-Liste standen; nun mit einem Häkchen dahinter. Ich spiele jeden Tag am Klavier und lerne Stücke, die ich vor nicht allzulanger Zeit noch für zu anspruchsvoll für mich hielt. Ich lese Bücher im Akkord, die ausnahmsweise mal nichts mit Wirtschaftswissenschaften zutun haben. Es mag banal klingen, doch ist diese Beschäftigung seit Beginn des Studiums beinah eingeschlafen. Außerdem – und das wird auch bald hier ersichtlich sein – habe ich mich ausgiebig der Fotografie gewidmet, wodurch einige interessante neue Projekte entstanden sind. Die Anhäufung der Museen und Sehenswürdigkeiten ist ebenfalls gelichtet, was es ermöglicht, an den Wochenenden auch mal über die Stadtgrenzen hinauszugehen. Das Ergebnis wird ebenso bald hier Platz finden.

Es vergeht kein Tag, an dem ich nichts oder nur wenig tue, da ich die Zeit, die ich hier verbringe, für zu wichtig und erleuchtend halte, um sie wegzugeben. Vielleicht ist das ein Grund, warum ich der festen Überzeugung bin, dass New York Magie hat.

2 Reaktionen zu „Over the ocean“

  1. juergen.hohnke

    New York New York – so einmalig auf der Welt, dass es nicht zu fassen ist. Berlin, London, Paris, Madrid, Rom – alles wunderbare Städte, aber NYC ist unvergleichlich.
    Ich kam 1960 mikt 20 Jahren das erste Mal nach NY (es folgen weitere 12x) und kann Alexander perfekt nachfühlen, wie großartig das Gefühl ist, dort zu sein, ich, Er,- unglaublich.
    Und doch gibt es auch eine andere Seite _ die traurige, einsame, teure(!) Stadt. Aber dieses Gefühl ist auch wichtig damit hin und wieder die Seele abschalten kann vom übergroßen Stress von Big Apple.

  2. Val Eur

    Toller Artikel

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