Blog, Kulturmix, PersönlichMetropolitain Opera

Abende in der Metropolitain Opera gehören eindeutig zu den Höhepunkten meines Aufenthalts in New York City. Am 9. Mai – kurz nach dem Verklingen der Ring-Tetralogie – zieht das American Ballet Theatre (ABT) in die heiligen Hallen des Hauses ein.  Es ist Ballettsaison.

Tanzend gehe ich auch fast schon aus Vorfreude auf die Weltpremiere von Prokofjews “On the Dnieper”, in einer Inszenierung von Alexei Radmansky. Vom Bolschoi an die Met gekommen, ist der gebürtige Ukrainer für lebhafte, moderne Ausdrucksformen bekannt und schon längst ein Star in der Szene.

Die Subway stoppt in der 66th Street. Wenige Sekunden später stehe ich im Lincoln Center und bin ergriffen vom übergroßen kristallenen Leuchter, der von Hans Harald Rath in Kooperation mit Swarovski speziell für die Metropolitain Opera entworfen wurde. In Form von Sternenexplosionen reicht dieser von der Decke bis ins Erdgeschoss, wo er von den geschwungenen Treppen umrahmt wird. Spätestens beim Blick auf den weichen roten Samtteppich und die vergoldeten Wände weiß man, in was für einem besonderen Hause man sich befindet. Das 3800 Plätze und 6 Etagen umfassende Gebäude wurde Anfang der 60er Jahre von Wallace K. Harrison entworfen und ersetzte den Vorgängerbau am Broadway.

Viele Details beeindrucken: der prächtige Vorhang, die elegant in die Wände eingelassene Wasserversorgung, der elektronische Libretto-Service für jeden Platz und nicht zuletzt natürlich auch die edle Garderobe derer, die ebenfalls Zeuge der Prokofjev-Zusammenstellung werden wollen.

Radmansky löst ein, was er verspricht und zeigt eine sehr moderne Inszenierung. Ungewöhnliche, nicht selten sogar äußerst komplizierte Figuren bestimmen das Bild und heben die Spannung, trotz einer recht trivialen Liebesgeschichte, die den Inhalt zu “Am Dnjepr” bildet. Besonders die Hebefiguren erregen Erstaunen. Nur das Bühnenbild langeweilt, da man einmal mehr einen urklassischen Weg gewählt hat, anstatt angesichts dissonanter Klänge eine mutige Ummalung zu nutzen.

Bei “L’enfant prodigue” in einer Inszenierung von George Balanchine und “Le Désir”, eine Walzerzusammenstellung, hat man es besser gemacht und so wirkten die Pas de Deux’s auch eindrucksvoller.
“Eindrucksvoll” ist auch mein Resümé zur Metropolitain Opera.

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