MusikLa Bohème
Anlässlich des 150. Geburtstags von Giacomo Puccini findet sich diesertage auf jedem gutsortierten Opernspielplan wenigstens eine Inszenierung eines seiner Werke. Die Komische Oper in Berlin zeigt “La Bohème”, modern interpretiert. Die Blicke des Zuschauers richten sich auf das so genannte Bühnenbild, das nichts weiter zeigt als herabfallenden Schnee vor dem vollkommen unverhüllten Innenleben der Bühne. Eine Assoziation mit der bitteren Armut der vier jungen Künstler, die den letzten Stuhl verheizen wollen für ein wenig Wärme, angesichts eines kalten Pariser Winters des ausgehenden 19. Jahrhunderts, liegt nahe. Abgesehen davon wirkt die Inszenierung von Andreas Pomoki oft unnatürlich und aufgesetzt, begleitet vom mäßigen Schauspiel der Protagonisten. Doch dafür treten diese, angeführt von Mimi (Brigitte Geller) und Rodolphe (Timothy Richards) mit ausdrucksstarkem Gesang in den Vordergrund, untermalt von einem glänzend aufgelegten Orchester. Insgesamt entsteht somit ein positiver Eindruck.
