Kulturelles

Die Welle

Der Klassiker der modernen Unterrichtsliteratur hält nun auch Einzug in den deutschen Kinos. Verheißungsvoll angekündigt weckt er das Interesse, wie der Film den anspruchsvollen Inhalt umsetzt. Dieser erzählt die Geschichte einer Schulklasse, die initiiert durch den Lehrer, am eigenen Leib miterlebt, wie es Adolf Hitler gelungen sein muss, die nationalsozialistische Ideologie im Bewusstsein der Menschen zu verankern. Anfangs noch in der Tragweite heruntergespielt, organisieren sich die Schüler im Rahmen der Projektwoche zur Gruppe “Die Welle”, die schlussendlich zur Gewaltbereitschaft verkommt und somit die Entwicklung im Deutschen Reich widerspiegelt.Die Besetzung des Films erfolgt gewählt. Jochen Vogel und Christiane Paul spielen ihre Rolle sehr authentisch. Auch die Jugend überzeugt in der Umsetzung verschiedener Charaktere. Dennoch trüben Stereotype und eine nicht bis ins Letzte überzeugende Handlung das Bild. Der Übergang von der anfänglichen Ablehnung über die Akzeptanz bishin zum Enthusiasmus erfolgt zu schnell, womit für den Zuschauer der Eindruck entsteht, dass die Handlung unrealistisch ist. Dies führt womöglich zu dem Schluss, dass das Prinzip letztlich doch nicht auf uns übertragbar sei. Ob beispielsweise aus einem intelligenten, weltgewandten Mädchen innerhalb von 5 Tagen eine gewaltbereite Anhängerin werden kann, ist äußerst fraglich. Die Darstellung eines psychisch gestörten Jungen, welcher sich angesichts der Auflösung der Gruppe das Leben nimmt, wirkt übertrieben. Dennoch ist die Regieführung zu loben. Die Anordnung der Bilder und das Timing erfolgten gewählt und haben dazu beigetragen, dass der Film insgesamt ein überaus positives Urteil verdient, was nicht zuletzt auch an der Botschaft liegt, die uns der Film zu vermitteln sucht.