15. November 2008

Historiker, Schriftsteller, Maler, Architekten … - sie alle schwärmen vom Zauber Venedigs. Und in der Tat beeindruckt die oberitalienische Stadt an der adriatischen Küste mit einem Charme, den man gar nicht so leicht fassen kann. Die folgenden Fotos, die im Spätsommer entstanden sind, sollen einen Eindruck davon vermitteln.
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15. November 2008
So machen es alle - außer Doris Dörrie, diese lässt an der Berliner Staatsoper eine der Paradeopern Mozarts im Flowerpower-Gewand neu erstehen und landet damit einen Volltreffer. Getreu dem Motto, Monogamie gehört zum Establishment, fokussiert sie ihre Interpretation auf dem Motiv der Sehnsucht und des damit verbundenen Fremdgehens. Dabei entsteht eine an Charme und Witz sehr reiche Neubearbeitung eines Stoffes, der für die meisten bislang mit barocken Kostümen und einem höfischem Ambiente verbunden war. So richtet sich der Blick auf ein überdimensioniertes kastenartiges Gebilde, das hereinrollt und sich als ausklappbare Wohnung herausstellt, sogar mit Auto, Garage und Garten. Bühnenbild und Kostüme von Christian Sedelmayer verdienen in diesem Zusammenhang ein besonderes Lob. Die Geschichte ist schnell erzählt: Die zwei jungen Männer Guglielmo (Hanno Müller-Brachmann) und Ferrando (Jeremy Ovenden) sind sich der Treue ihrer Frauen Dorabella (Katharina Kammerloher) und Fiordiligi (Anna Samuil) derart sicher, dass sie auf Betreiben Don Alfonsos (Roman Trekel) eine Wette eingehen. Innerhalb der nächsten 24 Stunden sei es demnach völlig unmöglich, dass die Damen fremdgingen. Durch geschicktes Verwechslungsspiel und unnachgiebigen Charme, Selbstmordversuche und fingierte Erklärungen schaffen es die beiden Männer aber doch, sich der lang andauernden Gegenwehr zu widersetzen und erobern über Kreuz die Herzen der Frauen, die schließlich sogar die Eheurkunde unterschreiben. Möglich macht dies nicht zuletzt die von Don Alfonso bezahlte Haushälterin Despina (Adriane Queiroz), die durch Gesang und Schauspiel mehr als überzeugt. Sie reiht sich ein in eine Riege aus brillianten Arien, vorgetragen vom dynamischen Quartett. Das Resümé kann nur überaus positiv ausfallen, überzeugen doch alle, einschließlich Orchester, mit einer bravourösen Leistung, selbst Senora Queiroz, die sich im Vorfeld entschuldigen ließ, falls sich ihre leichte Erkältung auf den Gesang auswirke. Wenn es so alle machen, dann nur zu!
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15. November 2008
Was für Maria Callas die Paraderolle war, für zahlreiche Liebhaber ein Juwel ist, und für Opernhäuser weltweit auch in den kommenden Jahren eine Pflichtinszenierung sein wird, ist für den Besucher der Deutschen Staatsoper in Berlin momentan ein Augen- und Ohrenschmaus. Puccinis “Tosca”, ein nicht zu komplexes italienisches Musiktheater, nimmt auch heute noch Menschen in ihren Bann. Mit einer Mischung aus Eifersucht, Hass, Trauer, Humor und Liebe spielt und singt sich Tosca, dargestellt von Micaela Carosi, in die Herzen der Zuschauer und in das zweier Männer. Der eine intrigiert, der andere soll vorerst guillotiniert werden. Auch wenn Tosca durch Mord an ersterem das Schicksal abzuwenden versucht, muss sie ihren Cavaradossi tot in den Armen halten und wählt schließlich den Freitod. Eine gelungene klassische Inszenierung rundet einen angenehmen Opernabend ab.
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15. November 2008
Anlässlich des 150. Geburtstags von Giacomo Puccini findet sich diesertage auf jedem gutsortierten Opernspielplan wenigstens eine Inszenierung eines seiner Werke. Die Komische Oper in Berlin zeigt “La Bohème”, modern interpretiert. Die Blicke des Zuschauers richten sich auf das so genannte Bühnenbild, das nichts weiter zeigt als herabfallenden Schnee vor dem vollkommen unverhüllten Innenleben der Bühne. Eine Assoziation mit der bitteren Armut der vier jungen Künstler, die den letzten Stuhl verheizen wollen für ein wenig Wärme, angesichts eines kalten Pariser Winters des ausgehenden 19. Jahrhunderts, liegt nahe. Abgesehen davon wirkt die Inszenierung von Andreas Pomoki oft unnatürlich und aufgesetzt, begleitet vom mäßigen Schauspiel der Protagonisten. Doch dafür treten diese, angeführt von Mimi (Brigitte Geller) und Rodolphe (Timothy Richards) mit ausdrucksstarkem Gesang in den Vordergrund, untermalt von einem glänzend aufgelegten Orchester. Insgesamt entsteht somit ein positiver Eindruck.
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15. November 2008

Nichts ist schöner als ein Herbstspaziergang in einem Schlosspark. Eine Auswahl der entstandenen Momentaufnahmen sind hier einzusehen.
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22. Oktober 2008
Mag es an der Nationalität liegen oder ziehe ich Opern an, die ausgebuht werden? Die Inszenierung von Wagners fliegendem Holländer löste einmal mehr interessante Reaktionen aus. Dabei waren Senta und ihre beiden Buhler gesanglich außerordentlich gut. Auch der Dirigent des Abends zeigte sein Bestes, inklusive schweißnassen Haaren am Ende. Zugegeben: die Übertragung der Handlung in die Finanzwelt wirkt etwas unpassend angesichts von nordischen Seemännern, tosenden Wellen und großen Schiffen, doch im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse rund um die Bankenkrisen wirkt das Geschehen fast visionär. So verkörpert Daland den profitgierigen Banker, dem seine Tochter nicht zu schade ist, sie gegen das Gold eines zweifelhaften Seemanns einzutauschen. Beim momentanen Kurswert einer Feinunze stellt diese Überlegung schließlich eine echte Alternative dar. Edler Held und gleichzeitig Spielverderber ist Erik, der zu maßvollem, vernünftigem Handeln aufruft und echte Gefühle zeigt. Enden tut es, wie sollte es anders sein, dennoch in der Katastrophe, denn Senta bringt sich um, womit der Holländer endlich den Tod findet. Waren es also die Investmentbanker, die pfiffen und buhten?
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18. Oktober 2008
Berlin bejubelt in diesen Tagen einen Weltstar: Rolando Villazón singt die Rolle des Lenskij in Tschaikowskis “Eugen Onegin” an der Berliner Staatsoper. In puncto Format stehen ihm seine Kollegen (Anna Samuil als Tatjana, Roman Trekel als Onegin und René Pape als Gremin und Daniel Barenboim am Pult) in nichts nach. Nur die Akte Achim Freyer steht zur Diskussion. Irene Constantin von “Neues Deutschland” titelt treffend: “Das Premierenpublikum feierte einhellig, was es gehört hatte, es bejubelte und verdammte, was zu sehen war”. Ob genial oder verfehlt - darüber darf sich jeder sein eigenes Urteil bilden. Der Jubel nach dem Schlussakkord des heutigen Abends war zweifelsfrei gehemmt, aber auch parteiergreifend im Sinne von Constantin. Das Gros der Zuschauer konnte das Konzept entweder nicht nachvollziehen und wollte es nicht. Es mag daran liegen, dass die geschminkten Grimassen die Emotionalität grotesk wirken lassen, so dass Villazón mit seiner Inbrunst und Hingabe beinah dagegen anzusingen scheint. Müssen wir darum Freyer verurteilen, weil er uns eine einzigartige Besetzung mit einer ärgerlichen Inszenierung koppelt? Verurteilen wir Tschaikowski, weil er Onegin keine melodiöse Arie nach dem Tod Lenskijs singen lässt? Beschäftigt man sich hingegen mit der Interpretation Achim Freyers, ist die Ambivalenz aus Musik, Bühnenbild, Schauspiel und Ausdruck logisch und so ergeben sich interessante Parallelen mit der Intention des Werks und der Umsetzung der Originalverse in die Musik. Die Frage, die im Raum steht, ist folglich, inwieweit man dem Publikum eine Oper verfremden darf. Dem Publikum der Berliner Staatsoper geht die Freyer-Inszenierung offensichtlich zu weit. Gut, dass wir drei Opernhäuser haben, von denen sich zwei bereits einen Namen mit moderner Regie gemacht haben. Schaden kann es in Zukunft trotzdem nicht, sich mit dem zugrundeliegenden Stoff auseinanderzusetzen; das erleichtert das Verständnis.
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6. Oktober 2008
Tagtäglich warten neue Meldungen über drohende Pleiten, staatliche Rettungspakete und bröckelnde Aktienindizes auf. Vergleiche mit der Großen Depression im Amerika der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts werden herangezogen. Anleger und Sparer bangen um ihre Vorsorge und Einlagen.
Die Frage stellt sich, auf welcher Etappe wir uns befinden: haben wir mit den besagten Rettungsaktionen tatsächlich ein Sicherungspaket geschnürt oder müssen wir letztendlich noch mehrere Male die Bänder kappen und ein größeres Paket wählen? Bisher, so beruhigen bedeutende Wirtschaftsblätter, verhalten sich die Bankkunden erstaunlich rational. Sie verfallen nicht panisch einem Ansturm auf sämtliche Kreditinstitute. Doch was, wenn die kommenden zu veröffentlichenden Quartalsergebnisse ein Loch ins dünne Eis reißen? Kommen wir diesmal mit einem dunkelblauen Auge davon oder krachen wir ins kalte Wasser?
Selbst wenn das Gröbste in absehbarer Zeit überwunden ist, müssen wir uns vor den invasorischen Zukäufen arabischer Milliardäre fürchten oder darben diese selbst wegen des fallenden Ölpreises?
Es ist schon eine Weile her, dass der Preis für einen Barrel Öl nicht von der Gunst der OPEC, politischen Ideen oder der Lage der Urlaubssaison abhängt.
Nachdem ich meine Bankberaterin um Auskunft gebeten habe, wie sicher meine Ersparnisse sind, mache ich mir nun gar keine Sorgen mehr. Wenn der Dow Jones unter 10.000 Punkte rutscht, der DAX auf Talfahrt geht, Banken verschleudert werden und Milliardenbeträge in die klaffenden Liquiditätswunden gedrückt werden, dann sage ich das Zauberwort: Einlagensicherungsfond! Dumm nur, dass es ausgerechnet meine Steuern sind, die in Termingeschäften an aussichtsreiche Banken wie Lehman Brothers weitergereicht und dem krisenerprobten Management von Hypo Real Estate in die Hand gegeben werden.
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9. Juli 2008
Im Frühsommer 2007 hatte ich vier Wochen, um die Schönheit einer kleinen Insel entdecken zu können. Einige Eindrücke können nun eingesehen werden.

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9. Juli 2008
“Unterwegs” ist nicht nur Name, sondern auch Programm. Zu den Ergebnissen, wenn die Kamera mit dabei war, geht es durch Klick auf das Bild …

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